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ich kenne Sic zu gut, und bin daher meiner Sache gewißAllein erlauben Sic mir eine Frage: „Werden sie auch im-mer so bleiben, wie Sie jetzt sind? immer so denken, so han-deln?" O thun Sie dieß, lassen Sie sich durch Nichts verblen-den; bleiben Sie immer auf dem geraden Wege, lassen Siesich weder durch falsche Ehrbegicrde, noch durch Eigennutz-verblenden. Lassen Sie sich nicht durch falsches Einredenund unrichtige Vorspiegelungen überlisten."
„Meiden Sie die Partheilichkcit und handeln Sie beständignach Ihrer innern Ucberzeugung, das heißt: nach Pflicht undGewissen. Meinen Sie nicht, wenn Sie dieses lesen, alsob ich den geringsten Argwohn hätte, daß Sie aus diese Ab-wege gcrathen könnten. Nein, wahrlich nicht; ich halte esbei Ihnen für unmöglich; allein die Erfahrung lehrt nurallzusehr, wie die besten Menschen, wenn sie bis zu einer ge-wissen Stuft gekommen, oft schwindlich geworden, und garnicht dieselben geblieben. Wenn Ihnen also gleich Ihre in-nere Ucberzeugung die Unmöglichkeit einer solchen Veränderungbei Ihnen versichert, so verabsäumen Sic demohnerachtetnicht, Ihre Handlungen nach jenem Probirstein zu prüfen,und denken Sic innner daran, daß Sic Mensch sind, alsofehlen können. Daß Sic Mcnschenkenntniß besitzen, das heißt:daß Sie selbige nach ihren Handlungen, ihrem Thun undLassen richtig zu beurthcilcn vermögen, dieses habe ich zuprüfen Gelegenheit gehabt. Auch hierin müssen Sie nur bei-stehen. Niemand irret sich in Beurtheilung der Menschenmehr, als ein Fürst, und dieses ist ganz natürlich, denn Je-dermann ist beeifert und gewohnt, sich selbst in dem bestenLichte vorzustellen, seine Höcker und Fehler weislich zuverbergen, und immer im Angesichte des Fürsten anders