Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
107
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Dieß Königliche Schreiben lautet wörtlich also:

So lange ich Sie, mein lieber Köckcritz. nun kenne,vorzüglich aber in den letzten Jahren, wo ich Sie täglich zusehen und zu beobachten Gelegenheit gehabt, habe ich michimmer mehr in der Idee bestärkt gesunden, in Ihnen einenMann zu besitzen, der mir dereinst durch seinen Biedersinn,richtige Beurthcilung, natürlichen Verstand, festen Charakterund die erprobteste Rechtschaffcnheit, ganz vorzügliche Dienstezu leisten im Stande sein wird. Mit Recht setze ich nunmein ganzes Vertrauen auf Sic und zwar aus oben ange-führten Gründen."

Ich bin ein junger Mensch, der die Welt noch immer zuwenig kennt, um sich gänzlich auf sich selbst verlassen zu kön-nen, und um nicht befürchten zu müssen, bei aller Vorsicht,von unredlichen Menschen hintcrgangen zu werden : mir mußdaher ein jeder gute Rath, sobald er redlich gemeint, will-kommen sein. Diesen guten Rath nun erwarte ich aber vor-züglich von Ihnen, und zwar abermals aus oben angeführ-ten Ursachen."

Ich bitte Sic daher, bleiben Sie innner mein Freund,so wie Sie es bis jetzt gewesen: verändern Sie nicht IhreArt, gegen mich zu denken, und sein Sic überzeugt, daß ichimmer derselbe bin, mag sich auch mein Titel verändern, wieer will. In meiner jetzigen Lage gebrauche ich einen wahrenFreund und Rathgebcr, mehr, als jeder Andere. Nichts istaber schwerer, als einen solchen zu finden. Wie oft und wievielfältig aber haben sich nicht hierin manche gute Herrengeirrt und wie unglücklich sind nicht öfters ihre Wahlen da-bei ausgefallen! Dieß kann bei Ihnen nicht der Fall sein;