Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
102
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Die Kaiserinn von Rußland hatte Ihrem HochverehrtenVater eine aus Asien gekommene, bis dahin in Deutschlandnoch unbekannte Blume, von seltener Farbenpracht und an-genehmem Dust, geschickt, die, nach der Anweisung Humboldt sund Lichtenstcms, von dem kunstsinnigen Hosgärtncr Fintel-mann auf der Pfaucninsel, in dem sonnigen, prächtigenPalmcnhause, nebst anderen seltenen Gewachsen, naturgemäßgepflegt wurde und sich berrlich entfaltete. Der König, einBlumenfreund, hatte Seine stille Freude an dieser seltenenBlume, betrachtete sie oft in Seiner stillen Gemüthlichkeitund nannte sie nach Seiner geliebten Tochter: Charlotte.So oft Er in dieser Zeit nach der Pfaueninsel, wo Er gernwar, kam, pflegte Er daher gleich beim ersten Schritt an sLand zu fragen:Wie geht's meiner lieben Char-lotte'?" was denn die Aufmerksamkeit, Fürsorge und Pflegedes Gärtners naturlich verdoppelte. Wer beschreibt daherden Schrecken und die Angst des besorgten Mannes, als eran einem der Tage jeder Woche im Sommer, die demPublicum zum Besuche der Pfaueninsel bewilliget sind undzahlreich von demselben, oft bis zur Zahl von Tausenden,benutzt werden, ins geöffnete Palmenhaus tretend, sehenmuß, daß eben diese dem Könige so werthe Blume ganzund gar abgepflückt ist.

Aufgebracht durchläuft er die Massen der fremden Gäste,umherschaucnd, ob er nicht bei irgend Einem das geraubteKleinod wahrnehmen möchte. Von Unruhe hin und her ge-trieben, stellt er sich zuletzt ans Ufer, in die Nähe des

aufstellt, will ich nur solche anführen, die ich theils von Au-genzeugen, thcils aus eigener Erfahrung weiß.