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1 (1842)
Entstehung
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möchte cr an Anderen ehren, was er an sich selbst vernachläs-sigt? Wer seinen Nächsten lieben will, als sich selbst, (diewahre Natur des Zartsinnes) der muß zuvor sein eigenesbesseres Selbst geschont und gegen Gefahr und Verlust inSicherheit gebracht haben. Wer im Umgange mit Andern,im häuslichen und geselligen Leben, immer das Wahre,Schöne und Gute entfalten und anregen will, der muß zu-vor im Umgange mit sich selbst strenge auf seiner Hut seinund auf seinem Zimmer in der Einsamkeit über sich wachen.Zartsinn ist in seinem Grundtonc Gefühl, aber in seiner aus-gebildeten Reife ist er der Inbegriff aller edlen Gefühle;denn der Zartsinn schließt ein weiches, ein feines, ein lebhaf-tes, ein richtiges, schnelles, edles, menschenfreundliches, tiefesGefühl in sich, und empfängt erst in dieser Gesammtheit sei-nen eigenthümlichen Charakter.,

Darum ist er mehr, als ein gefühlvolles Herz, das manhaben und dabei doch fortwährend Etourderien und Unzart-heiten aller Art begehen kann. Er umfasset die Totalitätund durchdringet, wo er ist, den ganzen Menschen. Er istdie reinste Blüthe und schönste Frucht der Gcmüthlichkcitund sein reiner, stiller Klang ist Harmonie. Darum nennetman ihn auch den feinen Tact, der, wie ein ausgebildetesmusikalisches Gehör, sogleich beim ersten Anschlag Harmoniccnund Disharmonier» unterscheidet, ebenso der Zartsinn beieigenen und fremden Handlungen. Schneidende Mißtöne er-trägt er nicht, sie verletzen, wo er sie vernimmt.

Darum ist es ihm bei den Wohlthaten, die cr erzeigt,nicht um die Wohlthat allein zu thun, er will damit auchimmer zugleich wohlmachcn, so daß dem Empfänger wohl