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der Rangordnung der menschlichen Gesellschaft auf den erstenStufen derselben viele Personen, die, bei allen angenehmenFormen der feinsten Lebensart und Gewandtheit, doch imhohen Grade unzart, schneidend und verletzend erscheinen;und dagegen findet man in den Mittlern und untern Re-gionen Menschen, die, bei allem Mangel der Erkenntniß unddes Wissens, zart, feinfühlend, milde und hingebend sind.Wie viele treue, redliche, anhängliche Bedienten gicbt es, dieihre ganze Existenz ihrem Herrn widmen; die vielleicht nichtmal lesen und schreiben können, nie ein Buch gelesen haben,und doch mit dem feinsten Tactc an den Augen absehen kön-nen, was und wie man es gern hat; wie viele Krankcnwär-terinnen, die mit unermüdlicher, freundlicher, schonender Ge-duld die Launen des Eigensinns ertragen, und still, leiseund zart hegen und pflegen, und durch freudenleere Tageund schlaflose Nächte sich darin gleich bleiben!
Die in Rede stehende Sache liegt in ihrer durchgebilde-ten Reife tiefer, sie ist unendlich mehr, als die äußere Formder Freundlichkeit, Gefälligkeit, der Sitte und Lebensart. Indiese kann man sich eingeübt und es darin zur convcntionellcnFertigkeit gebracht haben, so daß man überall, auch in den höch-sten, feinsten Zirkeln, mit Anstand auftritt, nie Verstöße macht,nie Anstoß giebt, und dabei doch in der Tiefe des Herzens ohneLiebe, ohne allen Zartsinn sein. Rollen der Lebcnsklugheitund schlauen Gefallsucht lassen sich studircn und es gicbtComplimentirbüchcr, die dazu in schmeichelnden Redensartenfür alle Fälle und Lagen Anweisung geben. Wer solcheFormen sich aufklebt, und durch das Lesen eines Conversa-tions-Lexicons ihnen einen geistreichen, wissenschaftlichen An-strich zu geben weiß, gelangt ohne große Mühe zu dem er-