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potie überging, mit unbedingtem Gehorsam huldigte. Aberangeschaffene Gefühle der Natur lassen sich nicht verläugnen;der Mensch war, ist und bleibt unter allen Uniständen undVerhältnissen Mensch, und lieben kann er nur, was liebens-würdig ist. Darum bebte Alles vor diesem Könige, was inseine Nähe kam, selbst in seiner eigenen Familie; denn auchbei guter Laune und in seinen Scherzen war er gefährlich.Jeder, der seiner ansichtig wurde, ging ihm aus dem Wege,denn Jeder fürchtete seinen Zorn. Jeder ehrte seine Festig-keit, Gerechtigkeit und Wohlthätigkeit; aber Jeder sprach:„lU'vout s, .love, jwovul n Inlniine." Das Volk warnicht unglücklich, aber auch nicht glücklich; denn die Liebe, dievon Oben herab Alles durchdringen und mit Vertrauen be-seelen muß, fehlte, ein timidcs, gehässiges, mißtrauisches We-sen durchkältete das Ganze, und der gesammte Staatskörper,wenngleich kräftig, fühlte sich doch nicht leicht und wohl,weil der Andrang des Blutes nach dem Haupte hin zustark war. Schade! dem trefflichen, reich begabten Herrnfehlte die classische, seine Humanität seines großen Sohnes,und — (was noch mehr sagt und ist) der ausgebildetechristliche Zart sinn Friedrich Wilhelm III.
Es wird der Mühe werth sein, an Seinem angenehmenBilde die Natur und Beschaffenheit dieses Zartsinns in sei-nen Quellen, Motiven und Aeußcrungen zuvor genauer ken-nen zu lernen, um die Seinigc in ihren Thatsachen richtigerund vollständiger zu würdigen.
Es ist ein gänzliches Nicht- und Verkennen und die An-sicht der Oberfläche, wenn man wähnt, Zartsinn sei nur dasEigenthum der höheren und höchsten Stände. Es giebt in