des Großen Churfürsten, den Grund zur militairischcn Größelegte. Und dabei ein Herr, schlicht, bieder, offen, gerade,redlich in seinem ganzen Sein und Wesen, einfach und reinin seinen Sitten, frugal, bis zur Bürgcrlichkcit, in seinenGenüssen, gottcsfürchtig nach den damaligen kirchlichen Be-griffen fast bis zum Aberglauben, und unermüdct thätig fürdas Beste seines Volkes und Landes. Keiner seiner Vor-gänger hat für dasselbe so viel gcthan und zu Stande ge-bracht, als er, und er, der für seine Person so wenig begehrteund brauchte, setzte seiner Wohlthätigkcit nie Schranken, wennes der Beförderung der öffentlichen Wohlfahrt galt. DieEinrichtungen, die er traf, die Anlagen, die er machte, dieInstitute, die er gründete, dauern noch heute in ihren geseg-neten Wirkungen fort, und gehen als ein köstliches Erbeüber von Geschlecht zu Geschlecht.
Daß sein Herz den edlen Motiven der Liebe und desmenschenfreundlichen Wohlwollens geöffnet war, zeigen so vielefromme, milde Anstalten, die er stiftete und mit KöniglicherMunisiccnz dotirtc, wie, um aus Tausenden nur Eins anzu-führen, das große Militair-Waisenhaus, die Kirchen, das Gym-nasium und Armenhaus in der Stadt Potsdam, die er neubauete, bis zu dieser Stunde sattsam an den Tag legen.
Ein edler, vortrefflicher Herr! aber oft verkannt, mehrgefürchtet, als geliebt, weil, bei allen diesen vorzüglichen Ei-genschaften, er zugleich leidenschaftlich, eigensinnig, ausfahrend,bis zur Bewußtlosigkeit jähzornig, hart und nicht selten grau-sam war. Freilich kommt dabei viel auf Rechnung der da-maligen Zeit, die noch kein anderes Princip, als das strengmonarchische, kannte, und ihm auch dann, wenn es zur Des-