Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
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digcr Herr Lieutenant, geben Sie mir lieber Graschen, ichhabe weiter kein Geld, und kann darauf nicht zurückgeben.Gerührt von der Ehrlichkeit des Kindes, das mit unschuldi-gem, offenen Angesicht Ihn anstehet, erkundigt Er sich nachseinen Familien-Verhältnissen und erfahrt, daß seine Mutter,die Wittwe eines gewesenen Feldwebels, mit <i noch unmün-digen Kindern auf einem Dachstübchen in der bezeichnetenStraße und Hausnummer wohne und sich kümmerlich vomVerfertigen kleiner Geldbörsen ernähre.Nun," sagt der ver-meinte Lieutenant,dann gehe nach Hause, und bringe deinerMutter das Geld; ich will's ihr schenken." Beglückt über diereiche Gabe, saß eben die arme Familie bei ihrem frugalen,heute besseren Mittagsbrode, als zu ihrem Erstaunen ein Kö-niglicher Adjutant in das kleine, aber reinlich gehaltene Zim-mer trat, den Zusammenhang erzählte, und sich erkundigte,ob der Knabe in Allem dem Könige auch die Wahrheit gesagthabe? und da sich dieß auch noch auf anderem Wege bestä-tigte, ließ der König die jüngsten Kinder in einem Waisen-Hause erziehen und bewilligte der Wittwe eine jährliche Pen-sion von 1W Thalern.

An solchen kleinen Zügen einer milden, menschenfreund-lichen Gesinnung ist Sein Leben überreich, und wollte mansie alle sammeln, sie würden eine große Gallcric in lieblichenGenre-Bildchen darstellen, auf welchen jedes gute, reine Augemit innigein Wohlgefallen ruhen würde. Gerade solche kleinenZüge in alltäglichen Lebenssccncn sind, wie bei jedem Men-schen, so besonders bei Regenten, charakteristisch, und enthaltenmehr, wie große, Aufsehen machende, den wahren innerenGehalt und die Grundstimmung des Gemüthcs. Große,glänzende, von der Welt besprochene und gepriesene Gaben