Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
86
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Alles, was das Unglück Schreckliches in sich trägt, hatder König im reichen Maße, wie Wenige, erfahren, Er hat dendargereichten bittcrn Lcidcnskclch in seinen Hefen trinkenmüssen, aber bitter hat's Ihn nicht gemacht. Ernste Weh-,muth war Seine Stimmung, und in ihr umschloß und be-wahrte Er die Milde. Diese aber erhob Seine stoische, kräf-tige Natur zur Charakterstärke, die nun als permanentesLebensprincip Ihn durchdrang; daher erscheint Seine Wohl-thätigkcit nicht, wie bei so vielen anderen Menschen, rhapso-disch, ruckweise, wo man einen Ansatz nehmen muß, um es zuStande zu bringen, und womit, wenn das Opfer gebracht ist,nun auch die Sache fertig und abgethan ist, nein, SeinHerz athmcte in dieser Milde, und man kann in Wahrheitvon Ihm sagen: Er ging umher und that Gutes.

Oft, wenn Er mir solche Aufträge gab, habe ich Ihnsagen hören: ,,Gott hat mir geholfen; darum mußich nach verliehenen Kräften mit dem mir An-vertrauten wieder helfen." Mit diesem Sinne um-faßte Er Alles, wo Er auch sein, stehen, sitzen, gehen mochte,und diese Milde spiegelte sich, zum Beweise, daß sie Ihmzur andern Natur geworden war, in den kleinsten, gering-fügigsten Dingen ab.

Auf dem Trottoir der Hohenwegstraße zu Potsdammit einem Adjutanten gehend, springt dieser vor, um einenSchwärm fröhlicher Knaben, die auf den glatten, breitenSteinen Kreisel spielten, auseinander zu treiben und dem Kö-nige Platz zu machen. Aber schnell auf den Fahrweg tre-tend, faßt Er den Adjutanten zurückhaltend beim Arm, mitden Worten:Haben wohl nie Kreisel gespielt! Kinderdarf man nicht stören und betrüben. Jugend kurz."