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Ihm eine cigenthümliche, ruhige Gravität gab, ohne dabeijemals gravitätisch zu sein.
Diese schwer zu bewirkende, den, Vergleichungsweise,Wenigsten gelingende Vereinigung oppvnirendcr Kräfte warbei Ihm die langsam gereifte Frucht Seines eigenthümlichenSchicksals, durch welches Ihn eine höhere erziehende Handführte. Er wußte aus eigener, vielfacher Erfahrung, wie demVerkannten, dem Hintergangenen, dein Gehaßten, dem Ver-folgten, dem Unterdrückten zu Muthe ist, und darum verstandEr alle Unglücklichen und sympathisirte mehr mit ihnen, alsmit den Glücklichen. Sein Mitgefühl für fremden Schmerz warso tief und lebendig, daß es sich jedesmal sichtbar in Seinemedlen Angesicht ausdrückte. Er ging nicht, um unangeneh-men Empfindungen auszuweichen, schnell darüber weg, son-dern erkundigte sich immer sorgfältig nach allen näherenUlliständen lind Verhältnissen, nach der Art und Weise, wieam Besten zu helfen sein möchte, und half immer. Selbstschwer geprüft, waren Ihm die unverschuldeten Leiden An-derer ehrwürdig, die Er stets zart behandelte, und charakteri-stisch ist es in dieser Beziehung, daß Er, sonst ein Freunddes Schauspiels, eine entschiedene Abneigung gegen Tragö-dien hatte, die unter Seiner Regierung, in Berlin und Pots-dam wenigstens bei Seiner Anwesenheit, fast ganz vom Re-pertoir verschwanden. „Das Leben", habe ich Ihn oft sagenhören, „hat Tragödien genug, man braucht sie nicht erst thea-tralisch zu übertreiben, was abstumpft und gleichgültigmacht. Durch Aufheiterung muß man sich für täglich neuvorkommende Leiden stärken."
Nichts drückte Ihn in Seiner Königlichen Krone schwe-