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in gefälligen Formen nicht bestach und schnell Gunst eroberte,sondern nur langsam, aber eben dcßhalb um so sicherer unddauernder, in wahrhast deutscher, schmuckloser Art und WeiseIhm alle Herzen gewann.
Es giebt für Regenten, auch die edelsten und besten,kaum eine gefährlichere Versuchung, als der huldigende, lautjubelnde Beifall ihrer Völker; selbst der Festeste kann dadurchschwankend gemacht und zur Ueberschätzung, wie der Sache,so seiner Person, leicht hingerissen werden; und was setzt esvoraus und was gehört dazu, wenn Eitelkeit und Egoismuskeinen Eingang zum Herzen mehr finden sollen und können'.Auch der Starke kann durch allgemeine Lobeserhebungen be-thört und schwindlich gemacht werden ; Friedrich Wilhelm III.blieb im Gleichgewichte, und in diesem ruhte unbeweglichSeine Festigkeit. —
Und so fest Sein Charakter war, so milde war er da-bei : Festigkeit und Milde schließen sich, so lange die Durch-bildung der ganzen Natur des Menschen noch nicht ein-getreten ist, gewöhnlich gegenseitig aus, und stehen dann imCharakter isolirt, so daß, wenn die eine da ist, die anderefehlt. Bei der ungleich größeren Anzahl ist dieß der Fallund es drückt sich darin immer Einseitigkeit und Disharmonieder Kräfte aus. Festigkeit ohne Milde wird Härte, und Ei-gensinn und Milde ohne Festigkeit, Schwäche und WeichheitJene kann man ehren und fürchten, aber nicht lieben, Diesekann man lieben, aber in ihrer Diffusion nicht verehren.Jede für sich ist das Product des Temperaments und Na-turells, aber beide miteinander, durch Selbstbeherrschung zurharmonischen Einheit verschmolzen, sind die Haupt-Elemente