Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
62
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Nollends zuwider war Seiner Wahrhaftigkeit jedeSchmeichelei, wenn sie Ihm bei feierlichen, religiösen Veran-lassungen, oder wohl gar in Kirchen von Geistlichen gebrachtwurden. Auf einer Reise durch Schlesien wurden Ihm dieGeistlichen des Orts an einem Sonnabend vorgestellt. DerSenior derselben sprach den Wunsch aus, daß der Königdes andern Tages dein öffentlichen Gottesdienste beiwohnenmöchte.Sehr gern," antwortete Er,nur unter der Be-dingung, daß Sie mir von der Kanzel, welche die heiligeStätte ewiger Wahrheit sein soll, keine Komplimente machen.Es ist mir wohlthucnd, zu wissen, daß in allen Kirchenmeines Landes sonntäglich die - Gemeinen Gott um seinenBeistand und Segen für mich und meine Regierungbetend anrufen, denn an seinem Segen ist Alles gelegen;aber damit sind Schmeicheleien, meiner Person bezeigt, un-vereinbar: solche Abgeschmacktheiten muß ich mir Ein- fürAllemal verbitten."

Als beim Eintritt in eine namhafte Stadt der Super-intendent des Orts Ihm eine große Lobrede hielt, so ließ Erihn nicht ausreden, wandte sich unwillig um, und sagte zumAdjutanten, Obristen von Witzlebcn:Das ist nicht zum Aus-halten, der Mann sagt ja Unwahrheiten." Dann ließ Ersich den Zettel geben, auf welchem die Namen der für denMittag einzuladenden Gäste geschrieben standen, und strichEigenhändig den Namen des Superintendenten aus.

Zum Garde-Divisionsprcdigcr war ein junger, talent-voller Geistlicher, der die Gabe der Rede besaß, mit denbesten Zeugnissen versehen, von der Behörde in Vorschlaggebracht und der König ließ in Seiner Gegenwart ihn in