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anklebte, verfehlte ihren Zweck. Sein feiner, schneller, sitt-licher Tact empfand sogleich jegliche Uebcrtreibung, und Waszu viel sagte, sagte Ihm nichts. Wenn Ihm in einer ver-bindlichen, indirccten, versteckten Art Lobeserhebungen gebrachtwurden, und dieß, was so oft der Fall war, geschah vonhohen, Ihn besuchenden regierenden Herren, und wobei ErSeine innere Abneigung gegen alle Schmeicheleien nicht äußernkonnte: so embarrassirtc Ihn das sichtbar und Schamrötheüberflog Sein edles Angesicht. So hat man Ihn oft gesehen,und wer Ihn so gesehen, der lernte an die Würde der mensch-lichen Natur glauben und sich überzeugen, daß es doch mög-lich ist, sich ein reines Herz und seine Unschuld zu bewahren.
Als im Jahre I8W Ihn die Söhne des Königs vonFrankreich, die Herzöge von Orleans und Nemours, besuch-ten und nach mehrtägigem, vielfach cclebrirtcn Aufenthalte,und nach einer, im Neuen-Palais gegebenen, prachtvollenAbschiedsfütc die Prinzen sich dem Könige empfahlen, ver-suchte es der Herzog von Orleans wiedcrholentlich, die Handdes Königs zu küssen, der sie verlegen zurückzog und auf denRücken legte. Aber der gewandte Prinz ergriff sie nochmalmit den Worten: „Mein Vater hat mir befohlen, nicht zu-rückzukehren, ohne die wohlthätige Hand geküßt zu haben, diezwanzig Jahre lang der Welt den Frieden bewahrt hat." Nunreichte sie ihm der König, umarmte ihn aber auch zugleich. —
Ein regierender Großherzog stand beim Krönungs- undOrdcnsfeste mit den, Könige im alten Schlosse am Fenster,und nach dem Museum hinblickend, bemerkte derselbe - „So schönals jetzt war Berlin doch unter keinem Könige von Preußen,so ist es erst geworden unter Ew. Königlichen Majestät."