Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
52
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kenne ich; hat eine cigcnthümliche Physiognomie. Er cheißtArnold Schulz, ist Soldat gewesen bei der MagdeburgerGarnison, hat 1792 den Krieg gegen Frankreich unter mei-nem Kommando als Kronprinz mitgemacht, und ist vorMainz verwundet worden."

Der Obrist von Kessel lächelte, bemerkend: wie könntenIhre Majestät das noch wissen: so was vergißt sich, von1792 bis 1819 sind 18 Jahre her, das behält man nicht.

Wird sich zeigen," sagte der König und befahl einemAdjutanten, den Mann herauszuholen. Beim Hereintretcnfragte ihn der König:Wie heißt du, mein Sohn?" ArnoldSchulz.Soldat gewesen?" Ja, bei der Garnison in Mag-deburg; habe den Krieg 1792 mitgemacht und wurde vorMainz verwundet. Hier nahmen Ew. Majestät, damalsKronprinz, sich meiner besonders gnädig an, schickten michin's nächste Lazareth, empfahlen meine Pflege und beschenk-ten mich.Was bringt dich denn jetzt nach Potsdam?"Ach, mir geht's schlecht! Die Franzosen in Magdeburg ha-ben mir, weil ich nicht aufhören kann, Preußisch gesinntzu sein, meinen Thorwächterdicnst genommen; nun habe ichfür Frau und Kinder kein Brod mehr, deßhalb komme ich,meinen alten, rechtmäßigen, gnädigen Herrn um Trost undHülfe zu bitten.

Die soll euch werden, lieber Alter,", sprach der König,und Er ließ ihn sogleich speisen im Schlosse, dann vomFuße bis zu Kopf neu kleiden, und gab ihm hinlänglichWartegeld bis zu seiner Wicderanstellung.

Einige Jahre vor Seinem Tode fuhr der König, wiegewöhnlich nur von einem Adjutanten begleitet, im zwei-