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ist. Weil Er Alles, Sachen und Menschen, Namen undZahlen, ruhig und sinnig ansah und anhörte, so faßte Erjeden Eindruck auch tiefer auf und jeder einmal empfangeneEindruck haftete um so länger. Dabei ist nicht zu über-sehen, daß, wie überhaupt keine Scelenkraft für sich alleinisolirt dastehet, vielmehr die eine mit der andern zusammen-hängt, alle sich wechselseitig unterstützen und in ihrer Ge-sanunthcit die individuelle Einheit im Menschen bilden, soauch das Verbal- und Nealgedächtniß durch die Beschaffen-heit des Charakters und Herzens bedingt ist. Der unlau-tere, unwahre Charakter, der mit sich selbst im Widerspruchesteht, verwirrt Begriffe und Eindrücke, so daß sich ein un-klares, unbestimmtes Bild auf den Spiegel der Seele wirst,das Gedächtnis? es also auch nicht ganz und richtig aufnehmenkann und mit anderen gehabten Vorstellungen confundirt.Ein schwankendes, unbeständiges Herz nimmt Alles oberfläch-lich auf, und hingegeben den? raschen Wechsel heterogenerBilder, bewahrt es das Empfangene nicht. Daher erklärtsich die so betrübte, fast allgemeine Erscheinung des Undan-kes. Das Gedächtnis? vergißt empfangene Wohlthaten, weilsie nicht wahr und treu mit dem Herzen aufgenommen sind.
Beide stehen mit einander in steter Wechselwirkung undwenn jenes den todten Buchstaben, die Form, aufnimmt, sogiebt dieses den belebenden Geist.
So war es bei dem Könige. Alles, was Er las, sah,und hörte, faßte der ganze Mensch in Ihn? auf, sobald esInteresse für Ihn hatte. Was Ihn nicht interessirte, dasGleichgültige, Unbequeme, weder nützlich Seiner Person, nochSeiner Sache, fertigte Er kurz ab und ließ es fallen; wasEr aber behalten wollte, behielt Er auch für Sein ganzes