Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
34
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vollste und Geschcutcste von uns Allen, ohne es zu wissen,wie gerade der wahrhast gute Mensch nicht weiß, daß ergut ist."

In solchen Zügen erblickt man ein Bild, das in seinerstillen Größe, Unschuld und Reinheit, die Seele eben so sehrmit Ehrfurcht, als Liebe und Vertrauen erfüllt. Dieser vonaller Sophistik freie, klare Iia» sous des Königs traf inallen großen und kleinen Dingen, wie sie das tägliche Lebenbringt, den jedesmal rechten Fleck, den Archimedischen Schwer-,Ruhe- und Stützpunkt. Was namentlich wissenschaftliche Den-ker durch tiefe Forschungen aus dem Schacht ihres Wissensals Resultat zu Tage fördern, stand ohne viele PrämissenSeinem praktischen Blick schnell und klar vor der Seele.Die Natur hatte Ihn darin so glücklich organislrt, daß kla-res, bestimmtes Denken, in prägnanter Kürze, gleichsam dasElement war, in dem Er athmcte und ohne Anstrengungsich leicht bewegte. Darum legte Er auf das, was Er sagte,nie in stärkerer Betonung ein besonderes Gewicht, wie esder Egoismus zu thun pflegt: auch das Beste, was manvon Ihm hörte, floß klar, schmucklos und einfach, ohne allePrätension, von Seinen Lippen. Darin lag es aber auch,daß Er damit oft nicht tiefen Eindruck machte und Vieles,so unscheinbar hingeworfen, oft als unwichtig überhört wurde.Dachte man aber nachher über das Gehörte nach, so erschie-nen Seine Urtheile oft als Sentenzen, die in wenigen Worteneinen tiefen und reichen Sinn in sich trugen. Viel wird inder Welt gedacht und mehr noch gesprochen; aber wie We-nige giebt es, die bei aller Redseligkeit ihr ganzes Leben hin-durch auch nur eine Sentenz gesagt hätten. Nur Klar-heit, Tiefe und Erfahrung, verbunden mit Naivctät, ver-