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Wenn Mäßigkeit und Mäßigung die Hauptcrfordernissc,wie jedes Menschen, so besonders eines Regenten und diefeste sittliche Grundlage sind, worauf er fußen und ruhenmuß, so war der König in dieser Hinsicht von der Naturauf das Glücklichste organisirt, sie hatte Ihm dazu die vor-züglichsten Anlagen verliehen. Schon in Seiner frühesten Zu-gend traten in hoffnungsvollen Blüthcn diese schönen, sittli-chen Anlagen hervor, und ließen ahnen, was Er werdenwürde.
Sein Kammerdiener und nachheriger Geheimer Kämmc-rier Wolter, ein biederer, redlicher Mann, theiltc mir darüberfolgenden schönen Zug mit! „Als der König ein Knabe vonJahren war und ich die Aufwartung bei Ihm hatte,brachte eines Tages, im Monat Januar, bei strenger Kälte,ein Gärtnerbursche ein Körbchen mit schönen, reifen, im Trcib-hause gezogenen Kirschen ! beim Anblick derselben freucte sichder junge Prinz und wünschte, die in dieser Jahreszeit sel-tene Frucht zu genießen. Als Ihm aber bcmerklich gemachtwurde, daß sie ü Thaler kosten sollten, fragte Er verwun-dert: Wie, für eine Hand voll Kirschen ü Thalcr? und drehtesich dann fest um, mit den entschiedenen Worten: Ich magund will sie nicht. Bald darauf ließ sich ein Bürger undSchuhmachermcister aus Potsdam melden, und ich rcferirtedem Kronprinzen, der arme Mann sei lange am Ncrvenfie-bcr elend krank gewesen, und dadurch hcrabgekommcn in sei-nem Berufe, und so bedürfe er, um ihn wieder beginnen zukönnen, zum Ledcrankauf 20 Thaler, die er nicht hätte, undum welche er in seiner großen Noth den Kronprinzen, als umein gnädiges Geschenk, bäte. „Wie viel habe ich noch inKasse?" fragte, mit dem sichtbaren Ausdrucke des Mitleids,