der Kronprinz. Als ich Ihm antwortete: 3l) Thaler, befahlEr, ich solle dem armen Manne die gewünschten W Thalerin Seinem Namen geben, und damit Glück wünschen. Er-freut und tief gerührt empfing der Handwerker diese Gabe,mit dem Wunsche, der Königlichen Hoheit seinen Dank selbstaussprechen zu dürfen. Diese Bitte aber refüsirte der Prinzmit den Worten: „Ist gar nicht nöthig: würde den armenMann nur beschämen."
Hier haben wir den König in nuae. 3 Thalcr sinddem jungen Prinzen für Kirschen, die Er gern gegessen hätte,zuviel, und stoisch weist Er den gewünschten Genuß zurück.Aber gern gicbt Er, bei einem kleinen Geldvorrathc, fast dieHälfte hin, um einem unverschuldet Unglücklichen damit auf-zuhelfen; und verlangt dann aus Zartgefühl keinen Dank,gicbt aber Gottes Segen mit auf den Weg.
Mir ist diese kleine liebliche Anecdote tausendmal wiedereingefallen, wenn ich späterhin den König als gereisten Mannund in Seinem höheren Alter in allen vorkommenden ähnli-chen Fällen ebenso denken, fühlen und handeln sah, wie wirIhn hier als Kind in Seinem zehnten Lebensjahre erblicken,sich selbst beherrschend, wohlwollend und dcmüthig. Wahr-lich ein geborener König. Eine hohe, edle Natur, getaustvom heiligen Geiste mit der reinsten Humanität.
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