Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen
 

doch als Dilettant, treffend, scharf und erschöpfend, sodaß Künstler, die Ihm ihre Werke vorstellten, darüber er-staunten. Vorzüglich wcrth waren und blieben Ihm bibli-sche Darstellungen, Scenen aus dem Leben Jesu und seinerApostel. In den meisten Seiner Zimmer sah man in reicherMannigfaltigkeit Christus-Köpfe, wovon Ihm der Raphae-lischc, ec-ee Iromo, vorzüglich Werth war, und es machteIhm Freude, mit biblischen Gemälden die Kirchen in SeinenResidenzen und im Lande zu beschenken.

In seinen Arbeitszimmern, wo Er Sich den größerenTheil des Tages, vorzüglich Vormittags, aufhielt, war Allesheiter, geordnet und schmucklos. Am Liebsten war Er indem stillen, ruhigen Potsdam. In dem am Lustgarten undder langen Havclbrücke angenehm gelegenen Schlosse wohnteEr im dritten Stocke, nach dem Schloßhofe und der Schloß-straße. Diese Zimmer sind behaglich, aber klein und niedrig,jeder wohlhabende Privatmann hat sie schöner und bequemer.Ein Pult, an dem Er stehend schrieb, und auf welchem dieheilige Schrift lag; ein Bücherschrank, angefüllt mit deut-schen Classikern, ein Eckschrank, ein gewöhnliches Sopha, einkleiner Spiegel und einige Rohrstühle bildeten das ganzeAmeublcment. An den Wanden hingen hie und da Abbil-dungen der Preußischen Armee aus alter und neuer Zeit,und ein Kupferstich: wie Christus Kinder segnet. Seinestillgelegcne Schlaskammer war wenig erhellt, ohne alle De-coration, enthielt nur die gewöhnlichen Waschapparatc undeine einfache Feldbettstcllc, wie sie jeder Offlcier hat, einenMantelstock und einen Stiefelknecht. Sein Bette bestandaus einer harten Matratze und einer leichten Decke. Aufdem kleinen Tische vor dem Bette lagen gewöhnlich neben