10
Halsbinde, in einem runden Hute, mit einem Stocke, den Ersonst nie trug, und ohne Orden.
Ein Mensch unter den Menschen, heiter, zwanglos undunbefangen, war Ihm am Wohlsten und gern that Er vonsich Alles, was beengt. Ungern trennte Er sich von langegetragenen, bequemen Kleidungsstücken und Er benutzte sie solange, als es anständig möglich war. War von einem täg-lichen neuen Leibrock oder Mantel die Rede, so war er Ihmimmer noch gut genug, Er trennte Sich davon ungern, bis diehohen holden Töchter in freundlichen Liebkosungen den ver-ehrten Vater um Anlegung eines neuen Kleides baten. Diebedeutungsvolle einfache, bequeme Landwehrsmann-Mützetrug Er immer, und vertauschte sie nur dann gegen denFedcrhut, wenn Er an Cour-Tagen oder sonst in größererGesellschaft in Galla erschien. Dann, sorgfältig und nettangekleidet, so daß dein schönen Manne Alles geschlossen wieangegossen saß, und geschmückt mit Orden, am Liebsten mitdem des eisernen Kreuzes, bemerkte man doch im ganzen An-züge nichts Geputztes und Gesuchtes, und das Sprichwort„das Kleid macht den Mann" litt auf Ihn keine Anwen-dung. Hier machte vielmehr der Mann das Kleid, und injedem, auch dem einfachsten, sah man den König. Diesertrat in angeborener Würde hervor, man mochte Ihn imSchmucke am Krinnings- und Ordensfcste, oder im grauenOberrocke mit der Feldmütze, unter den Einwohnern Seinerlieben Waterstadt Potsdam in ihren stillen Straßen ohnealle Begleitung gemüthlich auf- und abgehen sehen.
Derselbe entschiedene Sinn für's Einfache und Schmuck-lose wurde eben so sichtbar in der Wahl Seiner Wohnung