Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
6
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cr sagt:Wie deine Gesinnung, so die Bewegung deinerHände, und wie deine Handschrist, so dein Charakter!" so hatEngel in seinem trefflichen Werke über Mimik gewiß dochRecht, wenn cr die Bewegung der Hände ein sprechendesGcbcrdcnspiel nennt und nach Blick und Sprache solcheals vorzüglich charakteristisch am Menschen bezeichnet. DieArt und Weise, wie sie sich bewegen und ruhen, heben undsenken, macht das Innere kund. Das erkannte und wußteNapoleon: er sühlte, daß um würdig den Kaiser zu rcprä-scntiren, seine Macht und Gewalt allein dazu nicht hinreiche;er nahm, wie einstimmig seine Biographen erzählen, (einNeuerer, aber nur Lobrcdner, hat widersprochen) kurz vorseiner Krönung Unterricht in der Mimik von dem berühm-ten Schauspieler Talma, und vor dem Spiegel stehend, wurdecr cinexercirt in würdiger, kaiserlicher Haltung. Napoleonhatte bekanntlich eine schöne Hand: aber mit der Bewegungseiner Arme und Hände war Talma am Wenigsten zufrieden.

Was der übrigens in vieler Hinsicht große Mann vonder Kunst, als ein gemachter Kaiser, lernen und sich aneignenwollte, das war Friedrich Wilhelm t!l. als geborenem Kö-nige von der Natur gegeben. Gleich Seinen hohen Ahw-herrcn, war Seine Hand für den Scepter geboren, und dieArt und Weise, wie Er beim Eintreten mit der Hand grüßte,und, gewöhnlich ohne-ein Wort dabei zu sagen, mit derHand entließ, hatte etwas wahrhast Königliches: es lagdarin eine Zeichensprache, in der man Seine Gedanken undGefühle, am Meisten Seine jedesmalige Stimmung lesen,hören, sehen konnte. Diese würdevolle, anmuthigc Bewe-gung der Hand wurde in Allem, auch dem Geringfügigen,wenn Er bei Tische sitzend sie zum Munde führte, wenn Er