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8 (1898) Deutschland : 2
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Deutschland ll.

Wange und flüstert: „Tanze mit uns, schöner Knabe, und das Süßeste,was nur immer dein Herz gelüstet, wollen wir dir singen." Undda beginnt auch ein Gesang von so bezwingender Liebeslust, daß derreißende Strom, dessen Wasser sonst wildbransend dahin fließt, plötzlichstill steht, und in der ruhigen Flut die Fischlein hervortauchcn undvergnügt mit ihren Schwnnzlcin spielen. Eine andere Elfe flüstert:„Tanze mit uns, schöner Knabe, und wir wollen dich Ruuensprüchelehren, womit du den Bär und den wilden Eber besiegen kannst,sowie auch den Drachen, der das Gold hütet; sein Gold soll diranheimfallen." Der junge Fant widersteht jedoch allen diesen Lockungen,und die erzürnten Jungfrauen drohen endlich, ihm den kalten Todins Herz zu bohren. Schon zücken sie ihre scharfen Messer, da, zumGlücke, kräht der Hahn, und der Träumer erwacht mit heiler Haut.

Das andere Gedicht ist minder luftig gehalten, die Erscheinungder Elfen findet nicht im Traume, sondern in der Wirklichkeit statt,und ihr schauerlich anmutiges Wesen tritt uns desto schärfer entgegen.*)

*) In den französischen Ausgaben heißt es, statt des obigen Absatzes:„Das andere Gedicht behandelt fast dasselbe Thema; nur findet die Erschei-nung der Elfen diesmal nicht im Traume, sondern in der Wirklichkeit statt, undder Nitter, welcher nicht mit ihnen tanzen will, empfängt diesmal wirklich einetödliche Wunde.

Herr Oluf reitet im Mondenschein,

Er ladet die Gäste zur Hochzeit ein.

Doch das Tanzen geht so schnell durch den Wald.

Sie tanzen zu vier und zu fünfen durchs Land,

Erlkönigs Tochter streckt aus die Hand.

Doch das Tanzen geht so schnell durch den Wald.

„Willkommen, Herr Oluf, halt an dein Noß,

Und tanze mit mir im Elfenschloß!"

Doch das Tanzen geht so schnell durch den Wald.

„»Ich nimmer darf, ich nimmer mag,

Denn morgen ist mein Hochzeitstag.""

Doch das Tanzen geht so schnell durch den Wald.

„Und höre, Herr Oluf, und tanz mit mir;

Zwei Widderhautstiefel die geb' ich dir."

Doch das Tanzen geht so schnell durch den Wald.

„Zwei Widderhautstiefel, die sitzen so schön,

So gut die güldenen Sporen stehn."

Doch das Tanzen geht so schnell durch den Wald.

„Und höre, Herr Oluf, und tanz mit mir;

Ein Hemd von Seiden das geb' ich dir."

Doch das Tanzen geht so schnell durch den Wald.

„Ein Hemd von Seiden so weiß und fein,

Meine Mutter bleicht' es mit Mondenschein."

Doch das Tanzen geht so schnell durch den Wald.

»»Ich nimmer darf, ich nimmer mag,

Denn morgen ist mein Hochzeitstag.""

Doch das Tanzen geht so schnell durch den Wald