Geständnisse. 15
Bnddhci, und iveitläufig gründlich bewies er, daß es zwei Buddhagegeben, was ihm die Franzosen auf sein bloßes Ehrenwort alsEdelmann geglaubt hätten, und er wieS nach, wie sich das Dogmader Trinität schon in den indischen Trimurtis befunden, und er citicrteden Ramayana, den Mahabarata, die llpnekats, die Kuh Sabala undden König Wismamitra, die snorrische Edda und noch viele nnentdcckteFossilien und Mammntsknochen, und er war dabei ganz antediluvia-nisch trocken und sehr langweilig, was immer die Franzosen blendet.Da er beständig zurückkam auf Buddha und dieses Wort vielleichtkomisch aussprach, haben ihn die frivolen Franzosen zuletzt den BaronBuddha genannt. Unter diesem Namen fand ich ihn im Jahre 1831zu Paris, und als ich ihn mit einer sacerdotalcn und fast synagogikalenGravität seine Gelehrsamkeit ableiern hörte, erinnerte ich mich aneinen komischen Kauz im „Vicar of Wakefield" von Goldsmith, welcher,wie ich glaube, Mr. Jenkinson hieß und jedesmal, wenn er einenGelehrten antraf, den er Prellen wollte, einige Stellen aus Manethv,Berosus und Sanchuniathon citierte; das Sanskrit war damals nochnicht erfunden. — Ein deutscher Baron idealeren Schlages war meinarmer Freund Friedrich de la Motte Fouqus, welcher damals, derKollektion der Frau von Stasl angehörend, ans seiner hohen Rosinantein Paris einritt. Er war ein Don Quixote vom Wirbel bis zurZehe; las man seine Werke, so bewunderte man — Cervantes.
Aber unter den französischen Paladinen der Frau von Staslwar mancher gallische Don Quixote, der unseren germanischen Ritternin der Narrheit nicht nachzustehen brauchte, z. B. ihr Freund, derVicomte Chateaubriand, der Narr mit der schwarzen Schellenkappe,der zu jener Zeit der siegenden Romantik von seiner frommen Pilger-fahrt zurückkehrte. Er brachte eine ungeheuer große Flasche Wasseraus dem Jordan mit nach Paris, und seine im Laufe der Revolutionwieder heidnisch gewordenen Landsleute taufte er aufs neue mitdiesem heiligen Wasser, und die begossenen Franzosen wurden jetztwahre Christen und entsagten dein Satan und seinen Herrlichkeiten,bekamen im Reiche des Himmels Ersatz fiir die Eroberungen, die sieauf Erden einbüßten, worunter z. B. die Rheinlande, und bei dieserG«legenheit wurde ich ein Preuße.
Ich weiß nicht, ob die Geschichte begründet ist, daß Frau vonStasl während der hundert Tage' dem Kaiser den Antrag machenließ, ihm den Beistand ihrer Feder zu leihen, wenn er zwei Millionen,die Frankreich ihren. Bater schuldig geblieben sei, ihr auszahlenwolle. Der Kaiser, der mit dem Gelde der Franzosen, die er genaukannte, immer sparsamer war, als mit ihrem Blute, soll sich ansdiesen Handel nicht eingelassen haben, und die Tochter der Alpenbewährte das Volkswort: ,?oint ck'ar^snt, point cls Luissss/Der Beistand der talentvollen Dame hätte übrigens damals dem