Druckschrift 
[1. Heft] (1784)
Entstehung
Seite
57
Einzelbild herunterladen
 

wirklich ist hier wie anderwärts der Reichthum der Mönche und Nennen mit eineUrsache der Armuth des Bauers.

Einen grossen Vortheil dringen dem Lande die Berg-- und Hüttenwerke. Ausserein paar Kupferhütten, hat Kurköln einige wenige Eisenwerke: aber viele der letzternsind im Kurtrierischen, im Hachenburgischen, im Dierdorfischen und Neuwiedischenim Gange. Die Leute, welche von dem Ackerbau nicht leben, noch hinlänglicheArbeit sonst her haben können, arbeiten in jenen Berg- und Hüttenwerken, wo sietäglich wenigstens i z Stüber, auch mehr, verdienen, wovon sie 65 verzehren: dennnur so viel rechnet ein Bauer, daß er zu seiner Nahrung täglich nöthig habe.

Das Land hat besonders in den Thalern gute Wiesen, Viehweiden und Fel-der; es bringr Korn, Haber, Gersten,Waizen, Buchwaizen, Erdapfel,Gemüse vonallerhand Art und allerlei) Obst hervor. Doch werden Korn und Haber am häu-figsten gebauet; Buchwaizen bauet man stark im Hachenburgischen; Gerste wirdweniger, und Waizen nur selten gebauet. Man ziehet vorzüglich viel Erdäpfel:denn sie gedeihen am besten; Erbsen werden auch viel gesäct; der Obstbau könntebesser seyn. Wein wächst nur in den, näher am Rheine gelegenen, Gegenden:und zwar fängt der Bau desselben zu Waldbreitbach an, und gehet bis zum Aus-stuß der Wiedbach. Letzterer heißt in alren Urkunden die Wied und Weda; sie ent-springt bey Hachenburg/und fällt gleich unterhalb Neuwied zu Ehrlich in den Rhein.

Das Land ist üorigens wegen seinen schönen Waldungen merkwürdig. Diesetrist man besonders im Kurtrierischen, Hachenburgischen, Neuwiedlschen und Dier-dorfischen: weniger aber im Kurkölnischen, und besonders nicht im Amte Altewied/wo man durchaus kahle Gebirge erblickt, die kaum noch hie und da ein paar ärml.cheGesträuche haben. Dieser Umstand ist der Anlegung von Hüttenwerken, worausdiese Gegenden viel Reichchum ziehen könnten, ungemein hinderlich. In den Graf-schaften darf auch daher kein Holz ausser Landes verführt werden.

Bei) Ehl/ ohnweit Linz/ hat man angefangen, Holzkohlen zu graben. Manhält dieselbe sur unreife Steinkohlen: allein es ist offenbar, daß sie ein, von einemErdharze durchzogenes Holz seye, das sich zu versteinern anfangt. Es ist von gros-ser Leichtigkeit; läßt sich mit dem Messer schneiden; wird in der Luft getrocknet, sehrbrüchig; und giebt im Verbrennen einen starken Tursgeruch. Die Bauern bren-nen es zu Asche, und brauchen diese nur um die Felder zu düngen, wobei) sie aberden offenbaren Fehler begehen, daß sie grosse Haufen jener Asche dem Regen ausge-setzt liegen lassen, wodurch ganz gewiß das Laugensalz schmilzt, ausgewaschen, undfolglich die Asche zur todten Erde wird, die zum Düngen ganz unkräftig ist. Bei)

H dem