Vor Herl ch t.
kündigten das Werk/ wovon hier das erste Heft erscheinet/ unterdem Titel einer malerischen Reise am Niederrheine an,und äusserten/ daß wir nicht sähen/ warum dieselbe verhaltnißmäßig weni-ger Beyfall finden sollt?/ als eine der andern Vo^ages pitroresques, dieseit einiger Zeit erschienen sind. Wenigstens hielten wir die Gegenden desNiederrheines einer solchen Reise sehr würdig; und/ wo nicht so reich analtern und neuern Denkmalern der Kunst: wenigstens der reihenden undprachtigen Natur eben so roll; und (selbst) Teutschlands Gelehrten undKünstlern fast weniger bekannt noch/ als Italien/ Hclvetien/ Gräcien u.s.w.
Zum Inhalte bestimmten wir diesem Werke in jener Ankündigung:kleine topographische Charten; Plane von Städten und Festungen; Land-schaften und Aussichten romantischer oder sonst physisch oder historisch merk-würdiger Gegenden; Denkmaler aus der Vorzeit/ wenn dergleichen beson-ders für den Antiquar und Geschichtschreiber brauchbar waren; Abrisse derprachtigsten Pallafte/ Kirchen und sonst würdiger Gebäuden; endlich ältereund neuere Kunstsachen/ welche in jenen aufbewahret werden.
Was den Text beträft/ so verhiessen wir/ Sorge zu haben/ daß er etwas mehralseine trockene sogenannte Erklmung der Kupfer werden sollte; und daß wirbey jcdemAnlasse in die natürliche sowohl als pvlilifcheund Kunstgeschichte desLandes/wvvon die Rede ist/ein wenig auslaufen/dabey aber denn doch nicht ver-gessen würden/daß beyWerkendieserArt der Text immer nur Nebensache sey w.
Wir haben dieses aus mehrgenannter Ankündigung hier zu wiederholennvthig erachtet/ um unfern Leser» / welchen jene nicht zu Gesichte gekommenseyn dürfte/ den Standpunkt anzugeben/ woraus sie uns und unsere Arbeitbetrachten müssen.
Wir wollen immer und überall nur als Reisende angesehen werden. Einaufmerksamer Reisender und gieng seine Reise durch eine Wüste) findet aufjeden Stritt Gegenstände/ die ihn zu sich hinziehen. Aber er gaffet dicseGe-genstände nicht nur an und setzt darauf seinem Stab weiter. Nein./ er denktoder erkundiget sich an Ort und Stelle über die Geschichte derselben; und/ inso weit diese Geschichte mit der allgemeinen (Natur-Kunst- oder politischen)des Landes/ wo er reiset, zusammenhängt/ oder eigentlicher ineinanderläuft:nimmt er diese zugleich mit/ und tragt das Ganze seiner Schreibtafel ein.
DiesesGanze ist nur ein solches in seiner Art; - keinSystem; keine prag-matische Geschichte u.dgl. —höchstens eine Sammlung von minder bekanntenFactis/Anekdoten:c. und vielleicht tmie Schlüsse aus bekannten Prämissen!—