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Von Diebstahl und Mord hat man nur allzuviel- Beispiele, besonders inDörfern und Gegenden, wohin sich allerhand liederliches Gesindel zusammen zu ge-sellen nicht sehr gehindert wird. Aus Holz< und Grasdieberepen machen sie sich garkein Gewissen, jondern pflegen zu sagen: Einen Holzdieb hat Gott lieb, u.d. gl. ZuSchlagereven aber sind sie vorzüglich geneigt, und machet es ihnen gar keinen Scru-pel, einen Wehrlosen zu überfallen, und bis auf den Tod abzuprügttn.
Die Weiber sind der unumschränkten Herrschaft ihrer Manner unterwor-fen, und diese mißhandeln sie oft mit Schlagen auf das unmenschlichste, wiewohl esdann doch an Beyspielen nicht fehlet, da Manner von ihren Weibern geprügelt wer-den. Aber überhaupt ist das andere Geschlecdt unterdrückt und verachtet.
Die Sitten sind im Ganzen, nach Verhältnis', als die Gegenden einemHofe oder einer Stadt näher sind, milder und besser. Viele Mannsleute könnenle-sen, schreiben und rechnen: viele Weidsleute lesen gedruckte, selten aber ungedruckteSchriften, und schreiben noch seltener. Die Leserei) des Bauern bestehet aus denabentheuerlichen Romanen, die man auf Wochenmärkten für einige Stüber kauft,und die meist in Köln gedruckt werden, wo man viel schöne Sachen druckt. Der-gleichen sind der Eulenspiegel/ die Geschichte der Melusine, der heil. Genevafe,u.sw. Dieß beweiset unter andern die Neigung der Menschen zu Romanen und über-haupt zur Lektüre. Das Leben Christi von P. Cochem, und das Leben der Heiligenwerden auch neben dem Kalender nicht selten gelesen. Die Protestanten lesen dieBibel, und die mit ihren Predigern nähern Umgang haben, und die Aufgeklar-tem, die neuen Erbauungsschriften, Dichter und Romane.
Der katholische Bauer allhicr ist sehr abergläubisch; zieht vor jedem Kreu,ze den Hut ab; ehrt die Priester bis zur Ausschweifung; läßt viele Messen zumTröste der Selen seiner Elcern, Kinder und Anverwandten, und in andern Angele-genheiten lesen, und jede Messe kostet i z Stüber. Ferner gehet er gerne auf Wall-fahrten nach wunderwirkenden Bildern : diesen bringt er reichliche Opfer an Geld,Früchten, Vieh u.d. gl. So opfert man z. B. zu Peterslar im Kurtriersschen,wenn ein Kind krank ist, ein schwarzes Huhn, das man dem Kinde vorhin auf dieBrust gesetzt hat. Denn man glaubt, daß daselbst der untere Kiefer vom heil. Pe-trus aufbewahret werde. Man versagt den Bettelmönchen nicht leicht ein All-mosen: aber dem ungeachtet hm die Ehrfurcht gegen dieselben bei) dem gemeinenMann merklich abgenommen: denn er pflegt zu sagen, was indie Klöster komme,ft» so gut, als was in die Hölle komme, da nie wieder etwas heraus zu ha-ben sei). Und ich glaube, daß der gemeine Mann hierinn Recht habe: denn
wirk-
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