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Säulen; in der Mitte ist ein Thron für den Prälaten, rundum sind Bänke:Ich muß gestehen, daß mir das Kapitelhaus sehr wohl gefallen hat. Die Bi-bliothek ist zahlreich, und hat eine schöne Menge alter und seltener Werke, abereinen gänzlichen Mangel an neuern, die seit etwa so Jahren herausgekommensind; zum Beweise, daß man in den Klöstern ehedem mehr studirte, als indiesem Jahrhundert: denn alle Klosterbibliotheken sehen eben so aus. Der Prä-lat allein hak den Schlüssel zu jener, und in deren Mitte seinen Hausaltar, wo-ran er die Messe zu lesen pflegt. Der Garten ist zierlich, und mit einem Sprin-brunncn versehen: aber die Abtei) selbst ist feucht, mithin ungesund. Man hatmich versichert, kein neuer Ankömmling komme im ersten Jahre ohne das kalteFieber durch. Hinter dem Garten in einem Waldchen ist der Spielplatz, woan zwcy Tagen in der Woche die Mönche sich mit Kegelschieben belustigen.Sonst sind diese Leute sehr eingeschränkt. Abends gegen halb 7 Uhr muß schonein jeder auf seinem Zimmer seyn, und keiner darf den andern nach dieserStunde sehen: Morgens um z Uhr geht es schon zum Gottesdienste. Dage-gen lebt der Prälat immer prachtig, und speiset mit seinen Offieianten, und denFremden, welchen er die Ehre erweiset, allein. Der jetzige ist sehr artig, undmacht durch sein Betragen der Abtei) wahre Ehre.
Sonntags den rsten October. -- Es war in Limberg/ einem be--nachbarten Dorfe Ktrmeß, wozu ich mit meinem Freunde geladen wurde.Wir giengen durch Oberkassel (4)/ ein ziemlich wohlgebautes und anmuthi-ges Dorf. Es wohnen hier auch Protestanten, die ohngesahr den viertenTheil der Einwohner ausmachen; alle vier Jahre einen Burgemcister aus ih-rem Mitte! stellen, und von den Katholiken, ihres grössern Vermögens wegen,ziemlich beneidet werden..
Ostwärts Kassel ist ein Felsen, den man die Rabenley nennet. Indiesem Felsen soll ein Rade wohl zo Jahre seine Wohnung und sein Nest ge-habt haben. Eben dieser Rabe soll einstmal von einem Jäger mit einer Kugelin einen Flügel geschossen worden sei), und man soll das Loch wohl 12 Jahre hin-durch bcym Fliegen desselben bemerkt haben. Dieß hat mir ein alter glaubhaf-ter Mann erzählt. Gleich unterhalb der Rabenleie ist ein Steinbruch, wo manschwarze und harte Mauersteine bricht, die dem Grausteine-in ihrer Strukturähnlich sind. Sie sollen in Lagen übereinander liegen; und ein Mann hat ineinem Tage zo Pserdkarren gebrochen. Alle Häuser und Mauern in Kassel sinddavon gebauet. Dien-