Druckschrift 
[1. Heft] (1784)
Entstehung
Seite
45
Einzelbild herunterladen
 

^ 45

sindliche Kloster mit der Kirche bis auf den Grund ab: aber im Jahre 1775stand Hon ein neues prächtiges, in italianischen Geschmacke gebautes Kloster miteiner neuen Kirche wieder da. Man sagte, das alte Kloster sei) ungemein bau-fällig gewesen, und habe ohnehin einer Wiederherstellung bedurft. Die armenNonnen darinnen sind ganz eingespcrret, und dörfen nur an gewissen Tagen aufdem Eilande fpatziren gehen. Zwischen diesen beydsn Eilanden ist der Strom soreissend, daß die Schiffer, wenn sie nur mit einem Kahne fahren, zu rudern auf-hören, bis sie vorbei) sind.

Honnef ist ein bergiger Flecken, und wegen dem, km vorigen Jahr-hundert so berühmten,historischen Dichter Franz Xaver Trips/ Pfarrerdaselbst,,bekannt. Trips hat unter andern den fünfjährigen Sachs - und Jütischen Auf-ruhr in Köln in anmuthigen und ungemein fliessenden lateinischen Distichen be-schrieben. Das Manuscript hievon besitzt der Licentiat und Rathsverwandte,Herr Johann Wilhelm von Hamm in KölN/ und eben in diesem Manuscriptemerkt der Verfasser eigenhändig an, die Franzosen hätten 4000 Rthlr. Brand-schatzung gefordert, und nachdem sie diese erhalten, gleich den Flecken angezündet,-durch welche Mordbrennerei) sein Haus und die Kirche eingeäschert worden, undwobei) er seine Bibliothek mit feinen meisten Handschriften verlohren habe, eineeinzige Kiste ausgenommen, worinn sich seine ersten Conccpte befunden haben.

Von hier kommen wir zurück auf den Wolkenburg. Ehedem standhier noch ein verfallenes Schloß, wovon man aber wegen den Steinbrüchen keineSpuren mehr sieht. Dieses Schloß verdiente seinen Namen wohl, weil der Bergsonst höher war, als der Drachenfels/ den er nun nicht mehr erreicht; wenig-stens nicht Übertrift. Die Arbeiter werden hier nach dem O.uadratfuß der Stei-ne, die sie gebrochen haben, bezahlt, und auf diese Art kann einer den Tag wohleinen halben Gulden verdienen.

Am Drachenfels ist auch ein Steinbruch, den man das Nübcu-kammchen nennet; er liegt nach Süden am Fuss? dieses Berges. Ick fandauf demselben keine besondern Pflanzen, ausser dem lVlelillopbMum, das ich auchim Hagenburgischen angetroffen habe, woher rch vermuthe, daß diese Bergefast einerlcy Höhe haben müssen.

Bei) der Abtei) Heisterbach auf dem Stengelberge / werden auchCrausteine gebrochen. Dieser Berg gehöret der Abte» zu, und der Prälathat einen eigenen Bruch daselbst, die übrigen Brüche aber sind auf Jahren.

F 5 vcr-