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[1. Heft] (1784)
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sich noch davon erinnern kann; und also hatte sie auch keinen Fortgang, wohlaber war sie die Gelegenheit, bey welcher vieles Geld unnöthiger Weise aus-ging, weil der Kurfürst meist der einzige.Kaufer, und so gnadig war, denfremden Mcßgästen eher mehr zu geben, als sie foderten, um sie für ihreReise-und Frachtkosten zu entschädigen. Man nannte diesen Markt die Pop-pelsdorftr Kirmeß> und freylich zog sie eine unendliche Menge Fremde her-bei), die viel Gelb verzehrten, und die Circulation in der Gegend beförderten:allein, hatte es dazu nicht viel einfachere und bessere Mittel gegeben!

Nicht weil sie sehr merkwürdig ist, (wiewohl sie alles ist, was manvon ihrer Art in einem Schlosse, wie das Poppelsdorfer, erwarten kann,) son-dern, weil eben ihre Einweihung, welche am zten Julius des Jahrs 1746 ge-schah,) ihrem Erbauer Anlaß zu dem Einfalle gab, diesen Tag durch jeneMesse zu feyern, erwähnen wir der dasigen Schloßkapelle. Sie nimmt einengrossen Theil des Baues ein, und verdienet gesehen zu werden.

Hinterhalb des Dorfes Poppelsdorf erhebt sich der schöne Kreuz-berg, von dem wir in der Folge mehr zusagen finden werden. Hier mögen un-sere Freunde mit einer erbaulichen Legende vorlieb nehmen, die wörtlich hinterdem bonnischen Hofkalender von 1769 stehet, und den Herrn HofkammerrathVogel zum Verfasser hat.

Schon von undenklichen Jahren her war vbchchalb gedachten Ber-ges in dem Gehölze von einigen andächtigen bonnischen 'Bürgern und Ein-wohnern zu Ehren des heiligen Kreuzes eine kleine Kapelle gebauet gewesen,die aber durch Länge der Zeit, durch Abgang der Unterhaltungsmitteln, undnoch mehr durck den leidigen Krieg und erfolgte Verwüstung bey TruchsesiiZeiten völlig in Unstand gerathen, also daß im Jahre 1618 die Halbscheiddes Gebäudes schon völlig zu Boden lag, und der Ueberrcst keine hundert Men-schen mehr ohne Gefahr fassen konnte. Kurfürst Ferdinand nahm sich um diese Zeit vor, gedachte Kapelle auf seine Kosten wieder herstellen zu lassen; diebey Gelegenheit der berühmten evangelischen Union in hiesiger Gegend entstan-dene Unruhen aber hatten dieses gottselige Werk noch einige Jahre aufgehalten.

Im Jahre 1627 also, nachdem durch den zwischen der katholischenLigua und evangelischen Union errichteten Waffenstillstand die Ruhe in hiesigemErzstifte in etwas hergestellet worden, gedachte Ferdinand seinen heiligen Vor-fatz endlich zu erfüllen, und gab Beseht, sothaneö altes Bethhaus wiederum in

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