Druckschrift 
[1. Heft] (1784)
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

Schon Björnstähl, (der doch manches europaische Naturalienkabi-net mögte besuchet haben), fand das bömische "sehenswerth, ob man gleich erstvor drey Jahren angefangen habe daran zu sammeln." *) Aber, wie sehr istdasselbe seit jener Zeit gewachsen, und wie wachst es alle Tage!

Es soll dem Gerücht zu folge, auch künftig, wie die Bibliotheck, zum gs-meinen Besuche geöffnet werden. Alsdann erst wird es den Aufwand, welchenes gekostet hat, hundertfach einbringen: wiewohl dieser auch ist, schon mehr alserseht, indem durch jene Sammlung der Geschmack an ähnlichen im Lande ver-breitet worden ist, wodurch das vortrefliche Studium der Natur anders nicht,als sehr gewinnen konnte. Anfangs sammelte man nur aus Mode und IbeZiz exemplum; unvermerkt kam man weiter; hielt die Glas schranke nur für Ne-bensachen ; sah mehr an den Conchilien als ihren beuten Schmelz, und warf nichtgleich einen Stein heraus, weil er die Hände beschmitzte, oder keinen Kristallan-schuß, oder kein edles Metall hatte; man laß; lernt, die Natur aus ihrenProdukten kennen; ward mit ihren Wirkungen, ihrer Oekonomie vertrauter;aufgeklarter; -- besser. So viel kann ein weitgehender Fürst, auch mittelbarund ohne es zu scheinen, auf den Geist und die Sitten feines Volkes wirken!

Der Kurfürst bewahret auch hier verschiedene physische Instrumenteauf, die durch jene, welche mit der obgedachten Mcmnschen Bibliothek hieher ge-kommen sind, einen Zuwachs erhalten haben.

Unter andern ist der grosse 4? Fuß im Durchmesser haltende, undvon dem kurfürstlichen Kammerdiener und Kunsidrechsler, Herrn , Lefevra,verfertigte Brennspiegel, aus den oben angeführten Bjöttistählischen Bliesenbekannt.

Das Observatorium, welches der Kursürst oberhalb dem Michaels-thor hat errichten lassen, ist durch ein Versehen des Zeichners, auf der Kupjer-rate! weggeblieben» Vielleicht, weites seinem Dünken nach, nicht genug in dieAugen fallt?

Dafür ragt der heil. Michael (4) mit seinem feurigen Schwerdte sicht-bar genug heraus. Od man ihm zu Ehren das Thor, wovon die Rede ist,nach seinem Namen nenne; oder ob man sein vergoldetes Bild, weil das

Thor

-) Björnstahls Briest auf seinen ausländischen Reisen '.c. Leipzig und Rostock 1782.zter Band, S. 323.

D