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Also dieser Flügel, (bei, dem die Unvollendung gleich ins Auge fallt,)bis zu dem sogenannten Stockheimer- oder Michaelsthor zu, dienet mit seinenuntern Zimmern zum Dreivhauje des Gärtners: Ader oberhalb legte MaxFriedrich ein Treibhaus an, worinn er Früchte ganz anderer Art; -- Man?ner für tue Wissenschaften und den Staat ziehet! Ich meyne die Bibliothek
llnter seiner vorigen Regierung wurde, bey den entsetzlichen Verwendunggen auf Klöster, Kirchen, Prachtaebäude, Parforcejagden u. d. gl. auf Stiftun-gen für die Menschheit oder die Wissenschaften gedacht; wenigstens mcht verhält-ntßmaßig und ernsthaft gedacht, wie seit dem Antritte des jetzigen ftlbstdenkenden,und durch aufgeklarte Manner berathenen Herrn. Dadurch geschah's, daßAufklärung und Gelehrsamkeit im Erzstifte Köln bis dahin Dinge waren, wo»von man sich überall keinen Begrif machen konnte, und die man wohl gargefährlich, wenigstens für sehr überflüssig hielt. Jetzt ists gerade das Gegentheil;und, wer nach zwanzig Jahren heute das erstemal wieder nach Bonn kömmt,weiß nicht, wie ihm geschieht: so sehr hat sich alles geändert. —
Nun, jene Bibliotheck legte der Kurfürst aus seinen eignen Mittelnan 5), und achtet keiner Kosten darum, dieselbe baldmöglichst vollständig zu ma-chen. Auch an dem Aussenwerke wird nichts gesparet, aber nicht nur Pracht;auch Bequemlichkeit dabe» zum Augenmerke genommen. Die Tischlerarbeit isteinem Klosterbruder, der ein geschmackvoller Künstler in seiner Art ist: die Ein-richtung und Anordnung im Litterarischen aber dem kurfürstlichen Hofkammer--rath, Herrn Vogel/ anvertrauet. Noch ist sie nicht zum gemeinen Gebraucheeröfnet: aber sie wird es, sobald man mit den Einrichtungen derselben zu Ende ist.
Unmittelbar an die Bibliothek stößt das Naturalienkabinet, dessenZimmer über dem Stockheimer-oder Michaelsthor hergehen. Erst seit demJahre 1779 wird daran gesammelt: aber kein Mensch sieht ihm diese seine Ju-gend an, welches um so mehr zu bewundern ist, da es bey dergleichen Samm-lungen nicht immer einzig auf die Großmuth, den Aufwand und den ernstenWillen des Sammlers, sondern auf hundert andere, sehr zufällige Umstände;auf Ohngefähr und Glück zugleich ankömmt, um sie vollständig zu machen.Nun aber traf alles dieses hier ziemlich zusammen.
Schon
5) Unter andern wird der Wittwe des sel. stadtkölnischen Arztes Mann, ein Jahrgehaltvon 100 Dukaten aus der Chaiouille gereichet, wogegen die vortrejliche Sammlung ih»res Mannes hierher kam.