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Thor vordem so hieß, darauf gestcllet habe, weiß ich nicht, bemühe mich auchnicht, es zu erfragen, weil es hier nichts zur Sache thut. Beyde ietztverstor-bene Kurfürsten waren inzwischen sehr eifrige Verehrer jenes Erzengels, und icherinnere mich, ein, für ein Michaelsfest unter, und wahrscheinlich von JosephClemens selbst verfertigtes, und bey Hofe aufgeführtes musikalisches Dramagelesen zu haben, wo erst unser lieber Herr Gott, und die menschliche Seele, nebstnoch andern allegorischen Personen, Duetten, und was weiß ich mehr miteinan-der singen, endlich beym Schlüsse die ganze Erz-und Hofbruderschatt des heiligenMichaels mit Kappen und Stäben auf der Bühne erscheinet. — Quantum mu-rata ad istis temporal . . .
Gleich nach dem Naturalienkabinet folget im rechten Flügel jenes Chors,oberhalb der prächtige, auch von Max Friedrich erbaute sogenannte Akademie-saal, und unten erst das Schauspielhaus, und hierauf das Winterbehättmß derkurfürstlichen Orangerie.
Akademie nennt man beym Hofe zu Bonn, was man gewöhnlich 'an-derwärts Concert nennet. Dieselbe pfleget hier, doch nicht alle Jahre, im Win-ter mit dem Schauspiel abzuwechseln. Man wolle dieselbe, des Namens hal-ber, nicht mit der Akademie' verwechseln, welche Max Friedrich den Wissen-schaften errichtet und gestiftet hat, und wovon wir, anderswo .sügllcher redenwerden.
Deutsches Schauspiel hatte man auch, bey den vorigen Regierungen,in Bonn noch nicht gehabt, ausser, was die beyden letztverstorvenen Clemensdurch ihre Musikanten und Hofbediente von Zeit zu Zeit geben Hessen, wo dannStücke von obigem Schrot und Korne nichts seltenes waren. Von JosephClemens erzählet man gar, daß er seine Leute meist selbst, und oft sehr fühlbar,dressirt habe. Unter der letzten Regierung hat man vieles auf Franzosen undItaliener verwandt. Selbst noch unter diesem Herrn sind Gesellschaften aus je-nen Nationen gewesen. Aber nun ist seit verschiedenen Jahren alles deutsch.
Das Haus selbst hat nicht viel besonders. Ehedem ließ sich das Par-terre dem Theater gleich hoch heraufwinden, weil die Rsdouten darinn gegebenwurden, welche letztere nur in andern Sälen des Schlosses gehalten werden.
Nach dem Akademiesale folget die sogenannte Gallene, ein mächtiglanger Saal, den wieder Max Friedrich vollendet hat.
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