strömeten, Ermunterung zu dem kostbaren Baue, dessen Pracht/ da er haupt-sachlich zur Aufbewahrung der heiligen Leiber bestimmet war, den Zufluß vorMenschen und Gaben nochwendiger Weise noch vermehren mußte.
Hiezu kam noch die Vergünstigung, die der staatskmge Erzbischof sichvon auswärtigen Fürsten, gestalten in ihren Landern, zum Behuse seines Unter-nehmens, kolligiren zu dürfen, zu verschaffen wußte. Wenigstens erlaubte ihmdieses im Jahre 1257. der König von England, nach dem er Richarden/ dessenBruder, zu Erlangung der römischen Königskrone, behülflich gewe>en war, durchsein ganzes Reich.
Wenn zuerst die, bis an dem heutigen Tag noch krafthabendeVerordnung, vermöge welcher ein jeder erzstittischer Unterthan, einschließlichder Stadtkölnischen Bürger, in seinem Testamente, zum Bcbufe dieses Bauesdem zeitlichen Erzbifchofe und Domkapitel, einen sogenannten Turnisch zu legirenangewiesen ist, aufgekommen sey, können wir eigentlich nicht bestmumn, verum-then aber, daß es nicht lange nach dem Anfange dieses Baues geschehen sepnmüsse, und ohne Zweifel in jenen Zeiten eine ergiebigere Quelle, als dermalen, abge-geben haben dörfte.
Inzwischen müssen mit derselben die andern, schon angezeigten, worausman die unermeßlichen Baukosten schöpfte, allmählich versieget se»n. Wenig-stens laßt sich bcym Mangel gew-sser Urkunden, hieraus viel natürlicher,als aus sonst irgend einem Umstände die endliche Einstellung des Baues, wovonwir reden, erklären.
Diese völlige Einstellung scheint nicht lange nach dem Anfange dessechszehnten Jahrhunderts erfolget zu seyn. Damals nämlich wurden die Zeitenin Deutschland überhaupt sowohl, als in dem Erzstift Köln insbesondere so unru-hig, und was Wallfahrten, Reliquien und Opfer und dergleichen detrist, soganz anders, daß sich kaum vermuthen laßt, daß die milden Beytrage zur wei»tern Fortsetzung des kostbaren Baues hingereichet haben werden, oder, wenn siehingereichet hätten, der innerlichen Unruhen halber, worein die Neligionsanderungdes Erzbischofes Hermann von Weda, sein Erzstift und Kapitel versetzte, zueinem Zwecke hätten angewendet werden könnten.
Daß nun aber dieser Bau bis wenigstens zum letzten Jahre des funf-zchnden Seculums, und also an die zweyhunoert Jahre hindurch fortgeführet
wor-