Letzte Gedichte. 259
Der Sarg ist fertig, sie versenkenMich in die Gruft. Da Hab' ich Ruh.
Dach du, doch du, Marie, du,
Wirst weinen oft und mein gedenken.
Du ringst svgar die schönen Hände —
O tröste dich — Das ist das Lvs,
Das Menschenlos: — was gut und grüßUnd schön, das nimmt ein schlechtes Ende.
Hnllrlnjn.
Am Himmel Svnn' und Mond und Stern',Sie zeugen von der Macht des Herrn;Und schaut des Frommen Aug' nach oben,Den Schöpfer wird er preisen, loben.
Ich brauche nicht so hoch zu gaffen,Auf Erden schon find' ich gennugKunstwerke, welche Gott erschaffen,
Die würdig der Bewunderung.
Ja, lieben Leute, erdenwärtsSenkt sich bescheidentlich mein Blick,
Und findet hier das MeisterstückDer Schöpfung: unser Mcnschenhcrz.
Wie herrlich auch der Sonne Pracht,Wie lieblich auch in stiller NachtDas Mondcnlicht, der Sterne Glanz,Wie strahlend der Kometcuschwanz —
Die Himmelslichter allesamt,
Sic sind mir eitel Pscnnigskerzcn,
Vergleich' ich sie mit jenein Herzen,
Das in der Brust des Menschen flammt.
Das ist die Welt in Miniatur,
Hier giebt es Berge, Wald und Flur,
Einöden auch mit wilden Bestjen,
Die oft das arme Herz beläst'gen.
Hier stürzen Bäche, rauschen Flüsse,
Hier gähnen Gründe, FelSabschüsse,
Viel bunte Gärten, grüne Rasen,Wo Lämmlein oder Esel grasen. —
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