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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
243
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Die erste trägt den Nvckcn,

Sie dreht die Fäden,

Befeuchtet jeden;

Deshalb ist die Hängelippe so trocken.

Die zweite läßt tanzen die Spindel;DaS wirbelt im Kreise,

In drolliger Weise;

Die Angcn der Alten sind rot wie Zindcl.

Es hält die dritte ParzeIn Händen die Schere,

Sie summt Miserere;

Die Nase ist spitz, dranf sitzt eine Warze.

O spnte dich und zerschneideDen Faden, den bösen,lind laß mich genesenVon diesem schrecklichen Lcbcnslcidc!

Letzte Gedichte.

12.

Blich locken nicht die HimmclSanenIm Paradies, im sel'gcn Land;

Dort find' ich keine schönre Frauen,

Als ich bereits ans Erden fand.

Kein Engel mit den feinsten SchwingenKönnt' mir ersetzen dort mein Weib;Ans Wolken sitzend Psalmen singen,Wär' auch nicht jnst mein Zeitvertreib.

O Herr! ich glnnb', cS war' das beste,Du ließest mich in dieser Welt;

Heil nur zuvor mein Lcibgebrcstc,lind sorge auch für ctwaS Geld.

Ich weiß, es ist voll Sund' und LasterDie Welt; jedoch ich bin einmalGewöhnt, ans diesem ErdpcchpflasterZu schlendern durch das Jammerthal.

Genieren wird das WeltgctreibeMich nie, denn selten geh' ich ans;In Schlafrock und Pantoffeln bleibeIch gern bei meiner Frau zu Haus.

Laß mich bei ihr! Hör' ich sie schwätzen,Trinkt meine Seele die MnsikDer holden Stimme mit Ergötzen.

So treu und ehrlich ist ihr Blick!

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