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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
229
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Letzte Gedichte,

Auch ganz erbärmlich buchstabiert,

Frau Hiudermaus im Lehnstnhl saß,Die Brille auf der langen Nas'(Ein Eulenschuabel war's vielmehr),Das Köpflein wackelnd hin und her,Und in der Hand die Birkenrut,

Womit sie schlug die kleine Brut,Das weinend kleine arme Ding,

Das harmlos einen Fehl beging,

Es wurde von der alten FrauGeschlagen, bis es braun und blau. —Mißhandelt und beschimpft zu werden,Das ist des Schönen Los auf Erden.

Citrvnia Hab' ich genanntDas wunderbare Zauberland,

Das, einst ich bei der HiudermausErblickt im goldncn Sonneuglanz —Es war so zärtlich ideal,

Citronenfarbig und oval,

So anmntvoll und freundlich mildUnd stolz empört zugleich — dein Bild,Du erste Blüte meiner Minne!

Es kam mir niemals aus den: Sinne.Das Kind ward Jiingling und setznnderBin ich ein Mann sogar — v Wunder,Der goldne Drnum der KinderzeitTaucht wieder auf in Wirklichkeit!Was ich gesucht die Kreuz und Quer,Es wandelt leiblich vor mir her,Ich hauche ein der holden NäheGewürzten Odem — doch, o Wehe!Ein Vorhang von schwarzbrauner SeideRaubt mir die süße Augenweide!Der dumme Lappen, der so dünneWie das Gewebe einer Spinne,

Verhüllet mir die GloriaDes Zanberlands Citronia!

Ich bin wie König Tantalus,

Mich lockt und neckt zugleich Genuß:Der Trunk, wonach die Lippen dürsten,Entgleitet mir wie jenen Fürsten;Die Frucht, die ich genösse gern,

Sie ist mir näh und doch so fern!