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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
170
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Nomcmcero — Letzte Gedichte.

Babylonische Sorgen.

Mich ruft der Tod — Ich wollt', o Süße,Daß ich dich in einem Wald verließe,

In einem jener Tcmnenforstcn,

Wo Wölfe heulen, Geier horstenlind schrecklich grunzt die wilde Sau,

Des blonden Ebers Ehefrau.

Mich ruft der Tod — Es war' noch besser,Müßt' ich auf hohem SeegcwttsserVerlassen dich, mein Weib, mein Kind,

Wenngleich der tolle Nordpol-WindDort peitscht die Wellen, und aus den TiefenDie Ungetüme, die dort schliefen,

Haifisch' und Krokodile, kommenMit offnem Rachen emporgeschwommen —

Glaub mir, mein Kind, mein Weib, Mathilde,Nicht so gefährlich ist das wilde,

Erzürnte Meer und der -trotzige Wald,

Als unser jetziger Aufenthalt!

Wie schrecklich auch der Wolf und der Geier,Haifische und sonstige Meernngeheucr:

Viel grimmere, schlimmere Bestien enthältParis, die leuchtende Hauptstadt der Welt,Das singende, springende, schöne Paris,

Die Hölle der Engel, der Teufel Paradies —Daß ich dich hier verlassen soll,

Das macht mich verrückt, das macht mich toll!

Mit spöttischem Sumsen mein Bett umschwirrnDie schwarzen Fliegen; auf Nas' und StirnSetzen sie sich — fatales Gelichter!

Etwelche haben wie Menschengesichter,

Auch Elefantenrüssel daran,

Wie Gott Ganesa in Hindvstan. —

In meinen: Hirne rumort es und knackt,Ich glaube, da wird ein Koffer gepackt,lind mein Verstand reist ab — o wehe! —

Noch früher, als ich selber gehe.