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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
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168
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168 Romancero — Letzte Gedichte.

Während ihn unirauscht beständigDie geheimnisvolle Mccrflnt,

Deren Schoß entstiegen weilandDonna Venus Aphrodite. —

In den folgenden TrochäenWerden wir getreu berichten,

Wie der Ritter viel Strapazen,Ungemach und Drangsal ausstand ---

Ach, anstatt von altem SiechtumZu genesen, ward der ärmsteHeimgesucht von vielen neuenLeibesiibeln und Gebresten.

Während er die Jugend suchte,Ward er täglich noch viel älter,Und verrunzelt, abgemergeltKam er endlich in das Land.

In das stille Land, wo schaurigUnter schattigen ChpressenFließt ein Flüßlcin, dessen WasserGleichfalls wunderthätig heilsam —

Lethe heißt das gute Wasser!

Trink daraus, und du vergißtAll dein Leiden — ja, vergessenWirst du, was du je gelitten —

Gutes Wasser! gutes Land!Wer dort angelangt, verläßt esNimmermehr — denn dieses LandIst das wahre Bimini.

Ruhelechzend.

Laß bluten deine Wunden, laßDie Thräncn fließen unaufhaltsam —Geheime Wollust schwelgt im Schmerz,Und Weinen ist ein süßer Balsam.

Verwundet dich nicht fremde Hand,So mußt du selber dich verletzen;Auch danke hübsch dem lieben Gott,Wenn Zähren deine Wangen netzen.

Des Tages Lärm verhallt, es steigtDie Nacht herab mit langen Floren.In ihrem Schöße wird kein Schelm,Kein Tölpcl deine Ruhe stören.