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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
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Romanccro — Letzte Gedichte.

„WaS er leidet, der vergänglichArme Mensch, wenn seines LeibesEdle Kraft und HerrlichkeitDorrt nnd hinwelkt bis zum Zerrbild!

„Ach, viel glücklicher, als wir,

Sind die Bäume, die gleichzeitigEiner und derselbe HerbstwiudIhres Bltttterschmncks entkleidet —

Alle stchn kahl im Winter,

Und da giebt's kein junges Bäumchen,Dessen grünes Laub verhöhnteDie verwelkten Waldgenvssen.

„Ach! bei uns, den Menschen, lebtJeder seine eigne Jahrzeit!

Während bei dem einen Winter,

Ist es Frühling bei dem andern,

„Und der Greis fühlt doppelt schmerzlichSeine Ohnmacht bei dem AnblickJugendlicher Überkruste —

Hochgebenedeite Jungfrau!

„Rüttle ab Vvn meinen GliedernDieses winterliche Alter,

Das mit Schnee bedeckt mein Haupt,Und mein Blut gefrieren macht —

„Sag der Sonne, daß sie wiederGlut in meine Adern gieße,

Sag dem Lenze, daß er weckeIn der Brust die Nachtigallen —

„Ihre Rosen, gieb sie wiederMeinen Wangen, gieb das GvldhaarWieder meinem Haupt, o Jungfrau —Gieb mir meine Jugend wieder!"

Als Don Juan Ponce de LeonVor sich hinsprach solcherlei,

Plötzlich in die beiden HändeDrückte er sein Antlitz schmerzhaft.

Und er schluchzte und er weinteSo gewaltig und so stürmisch,

Daß die hellen ThrttnengiisseTroffen durch die magern Finger.