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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
96
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Romancero Letzte Gedichte.

Sie urteln nicht vermummten Gesichts,Die Maske läßt jeder fallenAm hellen Tage des jüngsten Gerichts,

Wenn die Posaunen schallen.

Das ist zu Josaphat im Thal,

Da stehn die geladenen Scharen,

Und weil zu groß der Beklagten Zahl,

Wird hier summarisch Verfahren.

Das Bvcklein zur Linken, zur Rechten das Schaf,Geschieden sind sie schnelle;

Der Himmel dem Schäfchen fromm und brav,Dem geilen Bock die Hölle!

4.

Sterbende.

Flogest aus nach Sonn' und Glück,Nackt und schlecht kommst du zurück.Deutsche Treue, deutsche Hemde,Die verschleißt man in der Fremde.

Siehst sehr sterbebläßlich aus,

Doch getrost, du bist zu Haus.

Warm, wie an dem Flackerherde,

Liegt man in der deutschen Erde.

Mancher leider wurde lahmUnd nicht mehr nach Hause kamStreckt verlangend aus die Arme,Daß der Herr sich sein erbarme!

S.

Lumpentum.

Die reichen Leute, die gewinntMan nur durch platte Schmeichelei»Das Geld ist platt, mein liebes Kind,Und will auch platt geschmeichelt sein.

Das Weihrauchfaß, das schwinge keckVor jedem göttlich goldnen Kalb;Bei' an im Staub, bet' an im Dreck,Vor allem aber lob nicht halb.