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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
68
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Nonianccro Letzte Gedichte.

Wo sind die Alrännchen? ich glaube, sie haltenSich ängstlich verborgen in Felsenspalten.Ihr kleinen Freunde, ich komme zurück,

Doch ohne Kranz und ohne Glück.

Wo ist die Fee mit dem langen G.oldhaar,Die erste Schönheit, die mir hold war?Der Eichcubaum, worin sie gehaust,

Steht traurig entlaubt, vom Winde zerzaust.

Der Bach rauscht trostlos, gleich dem Styxe:Am einsamen Ufer sitzt eine Nixe,

Todblaß und stumm, wie'u Bild von Stein,Scheint tief in Kummer versunken zu sein.

Mitleidig tret' ich zu ihr heran

Da fährt sie auf und schaut mich an,lind sie entflieht mit entsetzten Mienen,

Als sei ihr ein Gespenst erschienen.

SPlNiischr Atridcn.

Am Hnbertustag des JahresDreizehnhundert dreiundachtzigGab der König uns ein GastmahlZu Scgovia im Schlosse.

Hofgastmähler sind dieselbenÜberall, es gähnt dieselbeSouveräne LangeweileAn der Tafel aller Fürsten.

Prnnkgeschirr von Gold und Silber,Leckerbissen aller Zonen,

Und derselbe Bleigeschmack,

Mahnend an Lokustes*) Küche.

Auch derselbe seidne Pöbel,

Buntgcputzt und vornehm nickend,

Wie ein Beet von Tulipancn;

Nur die Saucen sind verschieden.

Und das ist ein Wispern, Sumsen,

Das wie Mohn den Sinn einschläfert,Bis Trompetenstöße weckenAns der kauenden Betäubnis.

») Vergiftete im Auftrage des Nero den Britanniens und die Agrippina.