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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
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66
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66 Romancero Letzte Gedichte.

Sie tragen Rvtmäntelchen, lang und bauschig:Die Miene ist ehrlich, doch bang und lauschig;Ich ließ nicht merken, daß ich entdeckt,

Warum sie so ängstlich die Füße versteckt.

Sie haben nämlich EntenfüßeUnd bilden sich ein, daß niemand es wisse.Das ist eine tief geheime Wund',

Worüber ich nimmermehr spötteln knnnt'.

Ach Himmel! wir alle gleich jenen Zwergen,Wir haben ja alle etwas zu verbergen,

Kein Christenmensch, wähnen wir, hätte entdeckt,Wo unser Entenfüßchen steckt.

Niemals verkehrt' ich mit Salamandern,Und über ihr Treiben erfuhr ich von andernWaldgeistern sehr wenig. >sie huschten mir scheuDes Nachts wie leuchtende Schatten vorbei.

Sind spindeldürre, von Kindeslänge,

Höschen und Wämschen anliegend enge,Von Scharlachfarbe, goldgestickt;

Das Antlitz kränklich, vergilbt und bedrückt.

Ein giildncs Krönlein, gespickt mit Rubinen,Trägt auf dem Köpfchen ein jeder von ihnen;Ein jeder von ihnen bildet sich ein,

Ein absoluter König zu sein.

Daß sie im Feuer nicht verbrennen,

Ist freilich ein Kunststück, ich will es bekennen;Jedoch der unentziindbare Wicht,

Ein wahrer Feucrgeist ist ar nicht.

Die klügsten Waldgcister sind die Alrännchen,Langbärtige Männlein mit kurzen Beinchen,Ein fingerlanges Greisengejchlecht;

Woher sie stammen, man weiß es nicht recht.

Wenn sie im Mondschein kopfüber purzeln,Das mahnt bedenklich an Pissewurzeln;

Doch da sie mir nur Gutes gethan,

So geht mich nichts ihr Ursprung an.

Sie lehrten mir kleine Hexereien,

Feuer besprechen, Vögel beschreicn,

Auch pflücken in der JvhannisnachtDas Krüntlein, das unsichtbar macht.