Romanccro — Letzte Gedichte.
Gleich Odaliskcu anmntiglichDie schlanken Palmen fächern sich.
Es stehen regungslos die Chprcsscn,Wie himmelträninend, wie weltvergessen.
Dvch plötzlich erklingt bei LautenklangEin sanft geheimnisvoller Gesang.
Der Schach fährt ans, als wie behext —„Vvn wem ist dieses Liedes Text?"
Ansari, an welchen die Frage gerichtet,Gab Antwort: „„Das hat Firdusi gedichtet.""
„Firdusi?" — rief der Fürst betreten —„Wv ist er? Wie geht es dein großen Poeten?"
Ansari gab Antwort: „„In Dürftigkeitlind Elend lebt er seit langer Zeit
,,„Zn Thns, des Dichters Vaterstadt,
Wo er ein kleines Kärtchen hat.""
Schach Mahvmet schwieg eine gute Weile,
Dann sprach er: „Ansari, mein Auftrag hat Eile
„Geh nach meinen Ställen und erwähleDort hundert Maultiere und fünfzig Kamele.
„Die sollst du belasten mit allen Schätzen,Die eines Menschen Herz ergötzen,
„Mit Herrlichkeiten und Raritäten,
Kostbaren Kleidern und Hausgeräten
„Von Sandelholz, von Elfenbein,
Mit güldnen und silbernen Schnurrpfeifcrcin,
„Kannen und Kelchen, zierlich gehenkelt,Lepardenfellen, groß gesprenkelt,
„Mit Teppichen, Shawls und reichen Brokaten,Die fabriziert in meinen Staaten —
„Vergiß nicht, auch hincinznpackcnGlänzende Waffen und Schabracken,
„Nicht minder Getränke jeder ArtUnd Speisen, die man in Töpfen bewahrt,
„Auch Konfitüren, und Mandeltorten,Und Pfefferkuchen von allen Sorten.