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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
26
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Nomancero — Letzte Gedichte.

„Mein TodeSgcsang ist dein Wiegenlied —Eiapopeia — die greisenHaarlocken schneidest du ab zuvor —

Im Nacken klirrt mir das Eisen.

„Eiapopeia, was raschelt im Stroh —Du hast das Reich erworben,

Und schlägst mir das Haupt vom Rumpf herabDas Kätzchen ist gestorben.

„Eiapopeia, was raschelt im Stroh?

Es blöken im Stalle die Schafe.

Das Kätzchen ist tot, die Mäuschen sind froh —Schlafe, mein Henkerchen, schlafe!"

Marin Antoincttr.

Wie heiter im TuilcrienschloßBlinken die Spiegelfenster,

Und dennoch dort am hellen TagGehn um die alten Gespenster.

Es spukt im Pavillon de FlorMaria Antoinette;

Sie hält dort Morgens ihr LevcrMit strenger Etikette.

Geputzte Hofdamen. Die meisten stehn,Auf Taburelts andre sitzen;

Die Kleider von Atlas und Goldbrokat,

Behängt mit Juwelen und Spitzen.

Die Taille ist schmal, der Reifrock bauscht,Darunter lauschen die nettenHochhackigen Füßchcn so klug hervor —Ach, wenn sie nur Köpfe hätten!

Sie haben alle keinen Kopf,

Der Königin selbst mankieretDer Kopf, und Jhro MajestätIst deshalb nicht frisieret.

Ja, sie, die mit turmhohem TonpctSo stolz sich konnte gebaren,

Die Tochter Maria Theresias,

Die Enkelin deutscher Cäsaren,

Sie muß jetzt spuken ohne FrisurUnd ohne Kopf im KreiseVon unfrisierten Edelfrann,

Die kopflos gleicherweise.