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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
22
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Romancero — Lichte Gedichte.

Die Mönche gingen traurig fortUnd kehrten traurig zurücke:

„Hochwürdigcr Bater, die Welt ist uns gram,Wir sind verlassen vom Glücke.

„Gefallen ist der bcßre Mann,

Es siegte der Bankert, der schlechte,Gewappnete Diebe verteilen das LandUnd machen den Freiling zum Knechte.

„Der lausigste Lnmp aus der NvrmandieWird Lord ans der Insel der Briten;

Ich sah einen Schneider aus Bayeux, er kamMit goldnen Sporen geritten.

„Weh dem, der jetzt ein Sachse ist!Ihr Sachsenheilige drobenIm Himmelreich, nehmt euch in acht,

Ihr seid der Schmach nicht enthoben.

„Jetzt wissen wir, waS bedeutet hatDer große Komet, der HeuerBlutrot am nächtlichen Himmel rittAuf einem Besen von Feuer.

„Bei Hostings in Erfüllung gingDes Unsterns böses Zeichen,

Wir waren auf dem Schlachtfeld dortUnd suchten unter den Leichen.

„Wir suchten hin, wir suchten her,

Bis alle Hoffnung verschwunden —Den Leichnam des toten Königs Harold,Wir haben ihn nicht gefunden."

Asgod und Ailrik sprachen also;

Der Abt rang jammernd die Hände,

Versank in tiefe NachdenklichkeitUnd sprach mit Seufzen am Ende:

„Zu Grendclficld am Bardcnstein,

Just in des Waldes Mitte,

Do wohnet Edith SchwanenhalsIn einer dürft'gen Hütte.

„Man hieß sie Edith Schwanenhals,

Weil wie der Hals der SchwäneIhr Nacken war; der König Harold,

Er liebte die junge Schöne.