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beide in Verbiiidung die Seligkeit erworben werden kann; wes-halb denn auch in der h. Schrift bald den Werken, bald demGlauben das Himmelreich verheißen wird. Conc. v. Trient6. Sitz. Kap. 7.
7!. WaS hatte die Lehre, daß der Glaube allein selig mache, bei denProtestanten für Folgen?
Schon Martin Bncer, ein Schüler Luthers, sagt: „Der grö-ßere Theil des Volkes scheint unsere Lehre nur in der Absichtangenommen zu haben, um das Joch der Disciplin, die Verbind-lichkeit des Fastens, der Buße u s. w. abzuschütteln, zu leben,wie es ihm gefallt, und sich ungestraft seinen Begierden undLüsten zu überlassen. Darum leihen sie der Lehre von der Recht-fertigung durch den Glauben allein und nicht durch guteWerke, woran sie nicht sonderlich Geschmack finden, ein geneig-tes Ohr." —
72. Lehren die Katholiken, daß zu dem Verdienste Christi noch die mensch-lichen Werke hinzukommen müssen, damit der Mensch sich Gott geneigtmache und seine Gnade erwerbe?
Die Katholiken lehren: Jesus hat der göttlichen Gerechtig-keit gennggethan, und das Beispiel vollkommene» Gehorsamsgegeben und uns den göttlichen Gnadcnbeistand zur Nach-ahmung dieses Gehorsams, also zur Erneuerung und Heiligungunseres Willens erworben. Sein ist also alles Verdienst. "Wiraber sollen dieses Verdienstes theilhaftig werden, nicht durchZwang der Gnade, sondern einzig und allein unter der Bedin-gung unserer freien Mitwirkung. Darum aber sagen wollen,wir schmälerten das Verdienst Christi, hieße grade so viel alswollte man sagen: Wenn der dem Ertrinken Nahe die Handseines Retters ergreift, um sich herausziehen zu lassen, so istdieser nicht durch einen Andern, sondern durch sich selbst geret-tet worden.
73. Lehren die Protestanten diese Kraft des Verdienstes Christi auch?
Keineöweges, denn wir lehren, daß wir durch die Kraft desVerdienstes Christi von nnsern Sünden befreit, mitten durch alleKämpfe siegreich hindurch getragen und so des Himmels wür-dig werden ; die Protestanten lehren hingegen, daß Christi Ver-dienst nur die Kraft habe, die Sünden zu decken, nicht aber zutilgen, daß der Mensch nicht vor Sünden bewahrt werden könneund nicht ein einziger den Himmel durch Christi Gnade verdienenkönne.
74. Was verstehen die Katholiken unter guten und verdienstlichen Werken?
Unter guten und verdienstlichen Werken verstehen die Ka-tholiken das ganze Thun und Lassen des in Christo gerechtfer-tigten Menschen. Die guten Werke sind also Früchte der ge-heiligten Gesinnung, welche mit Gottes Gnade zu Stande kom-men, und wie sie aus heiliger Gesinnung hervorgehen, wiederbelebend auf dieselbe zurückwirken.