Was sollen wir zu diesen schönen Versicherungensagen? Uns fallt hier die bis auf unsere Zeit erprobteWarnung des alten Dichters Horaz ein:
Ruits siäem promisss levsnt ubi plenius seczuoUsuilst venslos, guas vult extruclore merees.
Recht gern wollen wir glauben, daß die Erweise„auö den reinsten Händen, von gelehrten Forschern destüchtigsten Schlages, von höchst unbefangenen Mönchenoder sehr gelebrten Jesuiten und Acbten bezogen worden,"aber wir wissen auch, daß nicht selten gewisse Speculautendie aus den ersten und reinsten Händen bezogenen Waarenvermischen oder verfälschen mit schlechten und verdorbenenWaaren. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauer-teig den ganzen Teig durchsäuert? t. Kor. V. 6.Solche Spcculanten fanden sich zu allen Zeiten, wie inder Jndustriewelt, so auch in der kirchlichen Welt; sienehmen bald etwas vom wahren Texte ab oder lassenaus, was ihnen nicht anspricht, setzen bald etwas hinzu,um ihre irrigen Meinungen an den Mann zu bringen.Der alte Dionysius, Bischof zu Korinth hat dies schonerfahren. „Ich habe auf Verlangen der Brüder Briefegeschrieben; diese haben die Teufels-Apostel mit Unkrautangefüllt, und thcils etwas weggenommen, theils zugesetzt.Das Wehe mag sie dafür treffen." Wir wollen in-dessen den so süß tönenden Worten der Bonner Professorentrauen.
Also schauet auf, ihr Trierer, spitzet die Ohren!Ein lang verborgenes Gcheimniß — euer Geheimniß, utminus lliosm — soll jetzt aufgedeckt werden durch einenkritischen Entwickelungsproccß, woraus hervorgehen wird,
») Bei Eusebius Kgesch. IV. B. 23. Kap.