Druckschrift 
Über Versorgungs- und Aussteuerkassen
Entstehung
Seite
75
Einzelbild herunterladen
 

ren konnten. -H Dieser llebelstand wird über vermieden,wenn man bei der Einrichtung solcher Kassen von demGrundsatz uusgehr, daß die Summe, auf welche ein Kindeingekauft worden ist,

nach Erreichung eines gewissen ZieljahrcS, ohneRücksicht auf die weitere Bestimmung des Ein-gekauften, gezahlt wird.

Ich will eine solche Kasse der Kürze wegen eineA u S sicuer- Kass c nennen, lind was dem Einge-kauften am Ende deö Zielsichres ausgezahlt wird, seineAussteuer. Es ist klar, daß eine solche Kasse verschie-denen Bedürfnissen abhelfen kann. Mag sie der eine be-nutzen, um skr die Verheirathung seiner Tochter eine Aus-st.uer zu gewinnen, der andere um seinen Sohn destoleichter auf der Universität zu erhalten, oder ihn für den -Kriegsdienst auszurüsten, der dritte endlich, um seinenKindern für den Anfang ihres eigenen Hauswesens einkleines Kapital in die Hände zu geben, die Einrichtungbleibt im Wesentlichen immer die nämliche»

H Eine eigentliche Heirathskassc, äußerte eine Frau, hatfür das weibliche Zartgefühl etwas Beleidigendes.Dennhehl der Eintritt in eine Hciraihskasse nicht wie eineEinladung an alle hcirathsfayige Manner aus? lind fürwen stiftet man Kassen dieser Art? Ein reiche« Madchen be-darf nicht noch einer befanden! Aussteuer; ein armes Mad-chen aber muß ibrcin Gatten an Arbeitsamkeit und andernhäusliche» Tugenden ein Kapital zubringen, gegen welche--die armselige Aussteuer von einigen 10» Rihlr. doch ver-schwindet- Man sollte lieber eine Kasse für alte Jungfernstiften, uin diese» ihren hülfloseistZustand erträglich zu machen."

Ich, für meinen Theil, habe nnr das einzige Bedenken,daß zu einer Kasse für alte Jungfern sich wenig Theilneh-mcr finden möchten.