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Über Versorgungs- und Aussteuerkassen
Entstehung
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neu die Baimherzigleit darreicht, sondern als ein Recht,daö sie durch angemessene Beilrage während ihrer jüngerenJahre erworben haben. Wer das Elend einigermaßenkennt, welchem alle diejenigen Personen, die für daö Al-ter keinen Nothpfennig zurücklegen können, in ihren spä-tem Lebensjahren unterworfen sind ^), der wird auch ohneeine nähere Auseinandersetzung einsehen, wie willkommeneine solche Anstalt nicht bloß der dienenden Klasse unddem ärmeren Handwerker, sondern auch vielen andern Per-sonen sein müsse, für welche die Armuth eine um soschwerere Last ist, je mehr es ihren Verhältnissen wider-spricht, der öffentlichen Wohlthätigleit zur Last zu fallen.

Ich fürchte hier nicht den Einwand, daß diejenigen,die durch Alter oder Krankheit außer Stand gesetzt sind,sich selbst zu ernähren, eben dadurch an die Mildthätig-keir reicherer Verwandren oder gar an die Armenpflege desOrtes gewiesen sind, denn wie beschränkt in der Regel die

') Der erste Gedanke zur Stiftung dieser Kasse kam mir bei fol-gender Veranlassung. Vor drei Jahren fand ich mehre Tagshinter emander auf der Königsbrücks' einen dem Ansehe» nachganz anstandigen Mann von etwa sechzig Iahren, der die Vor-übergehenden um ein Almosen ansprach. Ich hatte ihm mehreMale mein Scherstem gereicht da es schon so lange her ist,so wird mich die Polizei deßhalb nicht weiter in Anspruch neh-men zuletzt aber fing es an mich zu befremden, daß derMann so öffentlich um eine Gabe bat, und ich machte ihn aufd e möglichen Folgen aufmerkfam. Ach, lieber Herr, gab er mirzur Antwort, darum stehe ich ja eben hier, damit mich die Po-ihzei aufgreifen und in das Arbeitshaus bringe» soll, aber siesehen mich recht gut, und lassen mich gehen. Ich bin ein We-ber, und habe fast ganz mein Gesicht verloren, (der Augenscheinbestätigte seine Aussage,) da muß ich wohl die Leute ansprechen,b s sich die Obrigkeit meiner annimmt. Komme ich nicht in'sArbeitshaus so muß ich mit der Zeit doch verhungern, oderim Winter ohne Obdach umkomme», denn eine Wohnung habeich nicht.

Ich setzte meine» Gang in mancherlei Gedanken verloren fort;nach zwe° Tagen wollte ich mich nach dem Unglückl che» umse-hen, ich fand ihn aber nicht mehr an seinem Platze, und habeauch Nicht erfahren, was aus ihm geworden ist.