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Über Versorgungs- und Aussteuerkassen
Entstehung
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Helten einer neu errichteten Kasse zu ordnen. Anfänglichwar es wir sehr auffallend, daß alle diese Kassen, ihrergroßen Anzahl ungeachtet, so bedeutenden Zulauf haben, undich meinte anfangs, in der ärmeren Klasse der Einwoh-ner müsse man wohl ernstlicher an Tod und Sterben denken, undauf ein anständiges Begrabniß einen höhen, Werth legen,als man aus andern Umständen vermuthen könnte. Eswurde mir aber sehr bald klar, daß es nicht die Vesorg-niß um ein anständiges Begrabniß, und am wenigsten dieLust zn sterben, sondern im Gegenrheil die Lust mitAndern zn leben scy, was diesen Gesellschaften so zahl-reichen Zuspruch schafft. Diese Gesellschaften sind nämlichder gewöhnlichste, und oft vielleicht der einzige Erholungs-Ort für die ärmere Klasse der Handwerker, und um alleig. Tage in Gesellschaft guter Freunde eine Flasche Bierzu trinken, zahlt er gern seinen Groschen Auflage, alsein rneinento mori nach einem vergnügten Tage.

Daher sind in der Regel auch die Gastwirthe selbstStifter und Beförderer dieser Sterbekassen, denn wenn einGastwirth zwei solcher Gesellschaften bei sich aufnimmt,und daher jeden Sonntag auf einen zahlreichen Zuspruchrechnen darf, so ist er in seiner Art cur gemachter Mann,der schon einen kleinen Unfall nicht sonderlich achten darf»Ich bin weit entfernt, die Einrichtung dieser Kassenzu tadeln, und glaube vielmehr, daß sie unter allen Vcr-gnügungsörtern der ärmeren Klasse immer Noch die un-schuldigsten und zweckmäßigsten sind, aber es ist mir ofteingefallen, ob man die Neigung der Menschen für Kas-sen dieser Art nicht zu einem weit nützlicher,, Zwecke benutzenkönnte, nämlich zur Errichtung einer Kasse, aus der be-jahrte Personen beiderlei Geschlechts, welche sich nichtmehr durch ihrer Hände Arbeit ernähren können, bis andaS Ende ihres Lebens eine bestimmte jährliche Unterstüz-znng erhalten, und zwar nicht alsein Almosen, daöih-